Apfelblüte

In unserem Hofgarten haben die Apfelbäume zu blühen begonnen. Es sind alte Hochstammbäume, die in diesem Winter nach Jahren wieder einmal beschnitten wurden – was die Pracht natürlich etwas mindert. Auf der Suche nach einem Zweig zum Zeichnen wurde ich auf dem Nachbargrundstück fündig, wo ganz hinten, zwischen Remisen und einer alten Mauer, allerlei verwunschenes, von Efeu überwachsenes wächst – so auch ein Apfelbaum, der mir bisher nie aufgefallen war.

Über die alten Zweige, die schon viele Jahre keine Baumschere mehr gesehen haben, hat sich eine Haut von Flechten gezogen. Die beiden schwärzlichen verschrumpelten Gebilde sind Fruchtmumien, am Baum verschimmelte und später verdorrte Äpfel. In einem ordentlichen Erwerbsgarten gehört so etwas natürlich schon im Herbst auf den Müll – hier kommen sie mir gerade recht: sie machen aus der schlichten Zeichnung eine Meditation über Zeit und Vergänglichkeit ….

Gezeichnet habe ich dieses Mal mit Füller und mit wasserfesten Buntstiften, und ich war ganz froh, dass sich die Friemelei in Grenzen hielt.


Im Garten

Die Schweriner Schelfstadt bewahrt hinter den Mauern ihrer Gründerzeit- und Barockhäuser viele schöne Gärten. In einem davon haben wir heute gezeichnet. Ab Mittag kam die Sonne über die Dächer; vorher begnügten wir uns mit einer Feuerschale, die uns leidlich gewärmt und gründlich geräuchert hat.

Zuerst zeichnete ich, ausführlich und in Ruhe, einen der schönen Hochstamm-Apfelbäume mit Bleistift. Leider sah die Zeichnung am Ende ziemlich winterlich aus, so dass ich dann doch noch mit etwas Farbe für den nötigen Frühlingseindruck gesorgt habe.

Bei den leuchtenden Tulpen war die Farbe natürlich eingeplant. Ich grundierte die Blütenköpfe mit einem weißen PITT-Pen. Die Partien nehmen danach allerdings Wasserfarben nur sehr bedingt an und es brauchte einige Schichten mit Wachsstiften und -kreiden, bis ich eine Lasur aufbringen konnte. Ansonsten habe ich mit allen möglichen Stiften und Markern durcheinander gezeichnet.


Crown Princess Margareta

Neben „Summer Song“ steht „Crown Princess Margareta“ im Hochbeet, auch eine David-Austin-Rose; ich habe sie am gleichen Tag gekauft. Ihre Zweige biegen sich zu eleganten Bögen, an denen Büschel von intensiv gelborangen Blüten hängen. Sie sind dicht mit dreieckig-spitzen, komplex ineinander gefalteteten Blütenbättern gefüllt, die im Beet bewundert werden wollen: in der Vase halten sie leider kaum einen Tag.

Daher begann ich die erste Zeichnung draußen. Mein Wunsch war, das fluoreszierende Leuchten vor dem dunklen Gartenhintergrund abzubilden. Ich wählte ein dunkelgraues Papier – PaintOn von Clairefontaine – und zeichnete vor Ort die Umrisse mit einem weißen Gelstift. Leider deckten die Buntstifte nicht so, wie ich es mir erhofft hatte, so dass ich den Hintergrund noch weiter abdunkelte.

Heute war es draußen feucht und ungemütlich und ich holte mir einen Rosenzweig ins Zimmer. Mich interessierte besonders die schuppige Struktur der Blütenblätter in der Seitenansicht. Ich zeichnete in mein „botanisches“ Buch, Stillman&Birn Zeta A4, erst mit wasserfester Tinte und danach, eher locker, mit Aquarellfarbe.

Natürlich war ich auch neugierig und habe nachgesehen, wer dieser Rose den Namen gegeben hat. Margareta, eigentlich Margaret, war eine englische Prinzessin, Enkelin von Queen Victoria, und mit dem schwedischen Thronfolger Gustav VI. Adolf verheiratet. Aus England brachte sie die Liebe zur Landschaftsgärtnerei nach Schweden.


Im Garten

Freunde haben kürzlich einen Schrebergarten gepachtet. Heute Nachmittag habe ich sie zum ersten Mal dort besucht.

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Gießkanne und Wassertonne, gezeichnet mit Lexington Grey Ink in ein Aquarellbuch von „Kunst und Papier“