Von Bergen und Bären

Vor etwas über einer Woche fuhren vom Meer in die Berge. Wir hatten eine individuelle Wanderreise gebucht – Hotels, Mahlzeiten und Transfers standen fest, gutes Kartenmaterial (was heutzutage natürlich GPS-Tracks einschließt) hatten wir auch.

Unser Ziel war die Region Aizu, eine historische Region in den Bergen Nordjapans. Anders als wir es uns vielleicht vorgestellt hatten, wanderten wir nicht von Ort zu Ort, sondern fuhren in einer manchmal komplexen Transportlogistik von einem interessanten Wanderweg zum nächsten. Wir übernachteten in Ryokans, traditionellen japanischen Unterkünften, oder an dieses Konzept angelehnten Hotels. Es gibt immer ein heißes Bad, das wir ausgiebig genutzt haben, um anschließend im Hauskimono den Blick in die Landschaft zu genießen.

Aquarellskizze mit Blick auf den Berg Bandai

So entstand auch dieses Bild, eine Skizze der Herbstfärbung in den Bergen. Der Berg mit dem Doppelgipfel ist ein Vulkan, der im 19.Jahrhundert zuletzt ausgebrochen ist und dabei die Landschaft so geformt hat, wie man sie jetzt vorfindet.

Und was hat es mit den Bären auf sich? Man mag es vielleicht nicht glauben, aber Japan hat ein handfestes Bärenproblem. Etwa zwei Drittel der Landfläche sind zum Teil dichte Wälder an steilen Hängen; es hat hier schon immer Bären gegeben, doch in den letzten Jahren haben sie sich stark vermehrt. Auf der Hauptinsel Honshu handelt es sich um Schwarzbären, die Menschen eigentlich meiden und sie mit ihren feinen Ohren von weitem hören. Daher setzt man auf das Prinzip Lärm, gewandert wird mit einer laut bimmelnden „Bärenglocke“ am Rucksack.

Als wir am dritten Tag morgens losliefen, hatte es die Nacht über geregnet, die Wege waren schlammig, doch kamen wir auf einer Forststraße gut voran. Ebenso gut konnten wir den gestochen scharfen frischen Abdruck einer Bärentatze mitten auf dem Weg sehen! Der Anblick des zugehörigen Bären blieb uns zum Glück erspart, doch waren wir sehr froh, als wir den Rand der Stadt Aizu Wakamatsu erreicht hatten.

Es wurde ein sehr schöner Nachmittag auf einem Berg mit einem bekannten Tempel, der eng mit der japanischen Geschichte und der Samurai-Tradition verbunden ist. Schulklassen kamen lärmend vorbei, jeder zweite Junge hatte ein hölzernes Samuraischwert aus dem Andenkenladen im Rucksack; ansonsten war es still und der Duft von Räucherstäbchen zog über das Gelände. Ich zeichnete einen kleinen Schrein inmitten von Steinstelen, die von den Heldentaten vergangener Jahrhunderte erzählten.

Eine kleine Anmerkung: wir haben in der Woche im Gebirge praktisch keine westlichen Touristen getroffen. Bereits am Meer sahen wir sehr wenige, doch in den Berghotels und Ryokans waren wir weitgehend die einzigen nichtjapanischen Gäste.


Parks und Schreine …

… so stellen wir uns Japan vor. Dass zwei Bilder davon hier als Nächstes kommen, hat vor allem damit zu tun, dass dies Orte sind, die zum Betrachten und Verweilen geschaffen wurden – dort werden Bilder eher fertig als auf belebten Dachterrassen und im Fischrestaurant.

Tokio, das muss hier einmal deutlich gesagt werden, ist über weite Strecken eine Betonwüste. (Überhaupt hat Japan ein spezielles , nun ja, liebevolles Verhältnis zu Beton in jeglicher Form.) Ein Park kann da, zumindest für die müßiggehende Touristin, ein paar Stunden lang Abhilfe schaffen. Der Kyusumi-Park ist eine etwa 150 Jahre alte Anlage im traditionell japanischen Stil: Teich, Teehaus, Trittsteine … Über dem Wasser schwebt malerisch ein Silberreiher, während ein Kormoran seine Flügel trocknet.

Am Tag nach dem Parkbesuch verließen wir Tokio Richtung Norden, unsere nächste Station war die Stadt Shiogama. Hier gibt es neben dem Fischereihafen (für den sie besonders bekannt ist) auch einen sehr schönen und bedeutenden Shinto-Schrein. Zu beobachten waren mehrere Familien in festlicher Kleidung, z.T. im Kimono, die mit Kindern unterschiedlichen Alters zu verschiedenen Ritualen dort waren – ein schöner Anblick.


Fünf Tage in Tokio

Vor fünf Tagen, Mittwoch am späten Abend, sind wir nach insgesamt ziemlich genau einem Tag unterwegs reichlich zerknittert in Tokio angekommen. An Schlafen war kaum zu denken gewesen, meine Begleiterin fiel gleich ins Bett. Ich wankte noch zum nächsten Kombini und stellte fest, dass das Gerücht stimmte: die Fertiggerichte, die ich dort aus dem Kühlregal holte, schmeckten sämtlich wir frisch gekocht und hatten mit dem, was man zu Hause um Mitternacht an solchen Orten bekommt, wenig zu tun.

Tokio, das sollten wir in den nächsten Tagen feststellen, ist ein Kontinent. Ein Kontinent, an dessen östlichen Rand wir uns in einem kleinen Aparthotel eingemietet hatten, im Bezirk Aoto, drei Kilometer vom Fluss Edo entfernt, der die offizielle Stadt- oder genauer Präfekturgrenze markiert.

Aoto ist ein kleinteiliger Stadtteil, kaum gentrifiziert, mit kleinen bis winzigen Häuschen sehr verschiedenen Alters, die von Bonsai-artigen Bäumchen gesäumt werden – mehr gibt die verdichtete Stadt nicht her. In einem ebenso winzigen Restaurant aßen wir wir an zwei von acht Plätzen Nudelsuppe und reiben uns die Augen: wir waren anscheinend nicht nur ein paar Tausend Kilometer um die Erde, sondern auch dreißig Jahre in der Zeit rückwärts gereist.

Am nächsten Tag blieben wir in der Gegend und machten eine kleine Stadtwanderung zu einem Tempel und einer alten Ladenstraße, die beide die Feuerstürme von Erdbeben und Bombardierung wie durch ein Wunder überstanden hatten. Mittlerweile haben die Läden etwas von einem Freilichtmuseum, in dem allerdings echte (meist sehr alte) Menschen ihre traditionellen Produkte – eingelegte Gemüse, getrocknete und sonstige konservierte Fische und auch einige nicht essbare Souvenirs – anbieten. (Im Japan der kleinen Wohnungen sind Souvenirs sehr häufig essbar.)

Am Ende der Straße befindet sich ein Tempel mit wertvollen Schnitzereien und einem wunderbaren Garten. Ein überdachter Umgang (den man auf Socken absolviert) führten herum, es gab Bänke darin mit schönen Blicken; den auf eine Steinpagode habe ich gezeichnet.

Und dann ist da natürlich noch das Essen. Japanische Küche ist so viel mehr als Sushi und Ramen; beim Einkauf im Supermarkt war die Übersetzungs-App immer mit dabei. Besonders hatten es mir die verschiedensten traditionell konservierten Dinge angetan. Eingelegtes Gemüse heißt Tsukemono und ist in einer riesigen Vielfalt erhältlich; es gibt in Sojasauce und Zucker gekochte Algen und getrocknete gesüßte Sardinen ebenso wie geschnittene Schweineohren (die ich, ich gebe es zu, nicht noch einmal kaufen werde.)


Bleistift, beziehungsweise

Je älter ich werde, desto dichter webt sich ein Netz an Assoziationen, Bezügen, Verweisen und Beziehungen um mich, mein Leben und meine, nun ja, Kunst. Nichts ist mehr zum ersten Mal da, nichts kommt allein.

Schon gar nicht etwas, das mit Tee zu tun hat, mit Kannen, Tassen, Gefäßen; diese Dinge habe ich schon oft gezeichnet. Traditionell japanisches Teegeschirr war nie dabei. Ich besitze auch keines, es sei denn, man zählt die in Mecklenburg getöpferten Stücke in japanischer Optik mit, eine Teeschale mit kleinem Fuß und ein Keramikgefäß für den losen Tee.

Beide bekam ich von der Töpferin selbst geschenkt, vor vielen Jahren. Sie standen in meiner Praxis und später, als ich die weitergegeben hatte, in meinem Büro. Jetzt sind sie bei mir zu Hause eingezogen, haben natürlich einen sorgfältig gewählten Platz bekommen, an dem ich sie jeden Tag betrachten kann.

Salzglasur-Teeschale aus der Töpferei Stenglin, gezeichnet mit Bleistift.

Ich bekam Lust, sie zu zeichnen, mit Bleistift, so schlicht und niederschwellig wie möglich. Ich erinnerte mich an die fast schon abstrakten Tuschezeichnungen, die der Schriftsteller Christoph Peters von Stücken aus seiner Sammlung antiker japanischer Teeschalen angefertigt hat, und von dort war es nicht mehr weit zu den in Norddeutschland gefertigten „japanischen“ Keramiken des Jan Kollwitz, 1960er Jahrgang wie ich und Urenkel von Käthe Kollwitz.

Warum aber passt dieses Teeschale zum Herbst? Die enge Anbindung der traditionellen japanischen Kultur an die Jahreszeiten hat mich immer schon fasziniert. Sommer-Teeschalen sind, so habe ich gelernt, flacher; solche für den Winter vielleicht noch höher. Diese bewegt sich in der Mitte und hat mit zarten erdfarbenen Nuancen auf Grau eine herbstliche Anmutung. Und weil ich versuche, mich der japanischen Sprache zu nähern, habe ich mir diese Unterschrift, nein, nicht selbst ausgedacht, sondern von einem Übersetzungsprogramm vorschlagen lassen. So viel Moderne muss erlaubt sein.


Erster Februar

Heute ist der erste Februar, im Garten blühen Schneeglöckchen und Winterlinge, und ich bin endlich damit fertig geworden, meine Weihnachtsgeschenke abzubilden. Es wollte mir scheinen, als hätte ich dieses Jahr besonders viele besonders ausgewählte Kleinigkeiten bekommen und ich freute mich sehr darauf, einen Teil davon auf einem Bild zu vereinen. Oder vielleicht gleich auf zweien?

Wie immer waren die Augen größer als der Magen und ich verkleinerte und verschob das Projekt. Die Briefe und Postkarten, handgemalt und -geschrieben, müssen in ihrem Karton auf die Gelegenheit warten, Teil einer gemalten Pinnwand zu werden. Und auch mit den hübschen und persönlich ausgewählten Dingen fing ich erst Ende Januar an – immer schön eines nach dem anderen zu beginnen, ist schließlich mein wichtigster Neujahrsvorsatz. (Genau genommen: der einzige.) Und so dauerte das Ganze; wenn ich alles um mich herum schön geordnet hatte (siehe Neujahrsvorsatz!) war es meist schon so spät, dass mir die Augen begannen zuzufallen.

Weihnachtsgeschenke – gezeichnet, gemalt und collagiert im alten 19x19cm Stillman&Birn Nova Trio aus Amsterdam, das immer noch freie Seiten hat.

Neben netten Kleinigkeiten wie Honig, Marmelade und Schokolade hatte ich gleich von mehreren Schenkenden Futter für meine Japansehnsucht bekommen – Tee, Gewürze, einen gezeichneten Reiseführer und – nicht zu übersehen – eine augenzwinkernde Winkekatze.

Die wird mir 2026 hinterherwinken, wenn ich endlich zu einer lange geplanten Japanreise aufbreche – bis dahin darf sie die Ostasien-Abteilung im Bücherregal vor Mäusen schützen.


Samurai

Inzwischen bin ich in Berlin angekommen. Wie immer fiel es mir schwer, mich auf die Großstadt mit ihrem Gewimmel einzulassen, nach so langer Zeit unter freiem Himmel und mit vorwiegend mir selbst als Gesellschaft. Aus der unendliche Zahl an Möglichkeiten entschied ich mich für das Samurai–Museum, das erst kürzlich aus einer Privatsammlung entstanden ist.

Im Berliner Samurai-Museum

Ich war überwältigt von der schieren Zahl der doch so sehr fremdartigen Exponate und von ihrer großzügigen und eindrucksvollen Präsentation. Nachdem ich mich etwas eingesehen hatte, entschloss ich mich, die lebensgroß und sehr realistisch dargestellten Kriegerfiguren zu zeichnen, dazu noch eine Rüstung mit einem gigantischen Halbmond auf dem Helm.

Konnte man mit so einem Teil auf dem Kopf noch kämpfen? Oder war das ein Dekor-Helm für Turniere, wie es sie in Europa auch gab? (Auch bei gehörnten Tieren beendet die Natur irgendwann das Größenwachstum.)

Die Ausstellung, obschon reich kommentiert, ließ bei mir viele Fragen offen, nach den Bildern von Männlichkeit in verschiedenen Kulturen, nach Unterschieden und Ähnlichkeiten zu unseren europäischen Ritteridealen (und nach der Wirklichkeit dahinter) und natürlich immer wieder nach dem, wonach Brechts lesender Arbeiter schon fragte:

… Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?

Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen? …

Bertolt Brecht „Fragen eines lesenden Arbeiters“

Die Stimme aus dem Kuchenbaum

Von Stendal war ich nach Tangermünde gefahren und von dort – wieder einmal die Elbe querend – über Jerichow Richtung Havel. An der Havel entlang radelte ich über Brandenburg nach Potsdam, in meine alte Heimatstadt. Hier legte ich einen Pausentag ein.

Wie immer führte mich mein Weg in den Park Sanssouci, den ich nun seit unglaublichen 58 Jahren kenne und kaum ein Jahr zu besuchen versäumt habe. Ich war etwas zerknittert, eine kurze Nacht steckte mir noch in den Knochen und mein erster Bildversuch – ein neuromanisches Portal am Kreuzgang der Friedenskirche – gelang nur mäßig. Ich brach den Versuch ab und radelte zum Chinesischen Teehaus.

Mein Ziel war der Japanische Kuchenbaum, Cercidiphyllum japonicum, der unscheinbar in einem Gehölz neben dem Pavillon wächst. Im Herbst verbreiten seine gilbenden Blätter einen süßen Duft nach Zuckerwatte oder frisch gebackenem Kuchen, der intensiv das ganze Areal erfüllte.

Kuchenbaumblätter und Neoromanik.

Ich sammelte einige Blätter ein – noch grüne, mit einem Stich ins Bläuliche, gelbe mit tiefbraunem Rand (als Kind fand ich immer, sie sähen aus wie eine Scheibe Rührkuchen mit Schokoladenguss) und schon ganz und gar gebräunte vom Boden. (Sie würden mit ihrem Duft noch den ganzen Abend lang mein Hotelzimmer erfüllen.)

Als ich noch dabei war, hörte ich eine hallende weibliche Lautsprechstimme, die direkt aus den Büschen zu kommen schien: „Bitte übersteigen sie NICHT die Absperrung, die Parkaufsicht wird informiert…“ Es folgte eine Erklärung über die Empfindlichkeit der Vergoldungen an den Plastiken um das Haus und eine Wiederholung auf Englisch. Als erstes schaute ich auf meine Füße: nein, ich hatte bei meiner Blättersuche keine Absperrung überschritten, vermutlich hatte sich das Geschehen auf der anderen Seite des Hauses abgespielt.

Woher kam mir die Sache mit der Stimme bekannt vor? Als ich das letzte Mal hier gewesen war, hatte ein Wachmann aus Fleisch und Blut weniger surreal und deutlich unfreundlicher für Ordnung gesorgt. Und da war noch etwas … Erst als ich am Abend im Hotel die Blätter zeichnete, erinnerte ich mich an den Film „Die Tribute von Panem“, in dem die in idyllischer Landschaft auf Leben und Tod kämpfenden Protagonisten von eben solchen Stimmen dirigiert werden …


Süßigkeiten

Gestern war mal wieder Gelegenheit, über den Freitagsmarkt zu schlendern und in die angrenzenden Geschäfte zu schauen. Lange war ich nicht mehr in der Rösterei Fuchs gewesen; natürlich nahm ich neben dem Kaffee noch die eine oder andere Kleinigkeit mit. Und dann der neue Asia-Laden! Da heißt es, sich mit Augenmaß durchzuknuspern. Mochi zum Grüntee, die gab es schone ein ganze Zeit nicht mehr. Und da es draußen zwar sonnig, aber eisig kalt war, zeichnete ich mit gutem Gewissen eine Auswahl der netten Kleinigkeiten.

Eine kleine Auswahl origineller Süßigkeiten zum Tee.

Nach meinen Ausflügen ins Gouache-Land bin ich wieder zum gewohnten „Ink&Wash“ zurückgekehrt. Die Tinte ist neu, Platinum Carbon Ink. Ich sah sie in einem Versand als Patronen; für unterwegs natürlich ideal. Sie scheint mir nicht so dunkelschwarz wie die von deAtramentis, mal sehn, wie der Füller auf die Dauer mit ihr klarkommt.


Nicht nur Häuser

Urban Sketching, von seiner ursprünglichen Idee her, ist gezeichnete Reportage, ist viel mehr als das Abbilden von Häusern und Straßen, ist nicht vollständig ohne die Menschen, die sich in ihnen bewegen. Und dass die sich bewegen, macht die Sache so schwierig – jedenfalls für Laien ohne künstlerische Ausbildung.

Ich selbst bin mit den Jahren mutiger geworden, versuche mich im Bekanntenkreis und im öffentlichen Raum an der Abbildung von Menschen, gehe schon etwas sicherer auf dem schmalen Grat zwischen Neugier und Indiskretion. Und so hatte ich in Amsterdam für den ersten Tag einen Workshop mit dem schönen Titel „Face To Face! – Urban Portraits That Tell Stories“ gebucht.

Bevor der losging, galt es noch den, na ja, nicht ganz so heißen Morgen zu nutzen. Ich lief ein paar Kilometer durch die Stadt, um nicht ganz zufällig in einem hippen Frühstückscafé namens „Toki“ zu landen – was irgendwas mit „Tokio“ zu tun hat. Es gab minimalistisches Design, Buchweizenpfannkuchen und Soja-Cappuccino – und still vor ihren Macbooks und Handys sitzende junge Menschen verschiedenster Nationalitäten.

Dann kam der Schreck – wie im schlechten Traum fiel mir ein, dass mein Workshop bald losgehen sollte – ich hatte mich um eine Stunde vertan! Anders als im Traum fand ich dank Tante Google den schnellsten Weg per Straßenbahn – und war noch pünktlich bei Marina Grechanik . Sie ermutigte uns, mit den verschiedensten Zeichenmaterialien zu experimentieren, schnell und und mutig das zu zeichnen (und zu zeigen), was Herz und Bauch gesehen hatten.

Anna und Imre

Und am Abend? Am Abend saß ich, in einer fast magischen Stimmung mit einigen anderen Zeichner*innen, die dem lauten Drink&Draw aus dem Weg gegangen waren, am Amstelufer und zeichnete – Häuser.

Die Häuser an der Amstel sind auch bei realistischerer Betrachtung ziemlich schief.

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Nach ein paar Tagen Pause war heute wieder Gelegenheit zum Zeichnen. Zuerst meine Tochter im Zug nach Hamburg. Ich begann die Zeichnung mit dem auffälligen Schmuckstück, einer keltischen Triskele, und eigentlich sollte es nur eine flüchtige Skizze werden, aber ich konnte dann zu Hause der Versuchung nicht widerstehen, das nur mäßig ähnlich Porträt noch ein bisschen auszuarbeiten.

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Uta mit Triskele.

Unser Ziel war die Ausstellung „Tiere“ des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Der Bogen reichte von steinzeitlicher Schnitzarbeit bis zur Videoinstallation; passend zum ostasiatischen Schwerpunkt des Museums waren auch einige wunderbare japanische Exponate zu sehen. Zum Zeichnen bot sich ein Kabuto, ein Samurai-Helm, mit einer Hirschgeweihverzierung an. Ich habe zu Hause noch ein bisschen nachgelesen und erstaunt festgestellt, dass diese Helme wirklich beim Kampf getragen wurden.

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Ein sogenannter Kabuto, ein Samurai-Helm mit Gesichtsmaske und reicher Verzierung. Besonders geschmunzelt haben wir über den bürstenförmigen Schnurrbart.