Cupcake

Mit diesem Cupcake, ich gebe es zu, habe ich mich ganz schön geplagt. Zuerst gab es einen Versuch mit einer kolorierten Federzeichnung, eigentlich einem vertrauten Metier – doch das Ganze wurde schief und krumm und entbehrte jeder Leichtigkeit. Als klassisches Aquarell überforderte mich das Motiv restlos – besonders die komplizierten Schattenwürfe in der Cremehaube haben es in sich. Erst mit Aquarellfarben und etwas Deckweiß auf getöntem Papier war ich halbwegs zufrieden.

Ein Cupcake von der Schweriner Konditorei „Miss Törtchen“, mit Aquarellfarbe auf Stillman&Birn Nova Grey gemalt.

Zum guten Schluss konnte das liebevoll verzierte Törtchen dann auch noch gegessen werden – was sehr viel schneller ging als die bildliche Darstellung.


Stinte

In der Welt meiner Kindheit gehörten selbst geangelte Fische zum Alltag, Opa und Onkel brachten welche vorbei und als Heranwachsende zog ich selbst mit meinen Freunden zum Angeln los. Meist waren es die buchstäblichen kleinen Fische, die wir nach Hause brachten – Plötzen, Barsche, Ukelei … Von Stinten allerdings, die noch ein bisschen kleiner sind, hatten wir noch nie etwas gehört. Es sind Fische der Küstengewässer, die zum Laichen die Flussmündungen hochwandern, besonders die von Elbe und Weser. Und die lagen bekanntlich in einem anderen und den märkischen Seen sehr fernen Land.

Küchenfertig vorbereitete Stinte, mit Gouache auf grauem PaintOn-Papier gemalt. A4.

So lernte ich die Stinte erst viel später kennen. Saison ist von Februar bis April; auch in dieser Zeit bekommt man sie außerhalb Hamburgs nur sporadisch. Heute hatte ich auf dem Freitagsmarkt Gelegenheit, mich in die Schlange am Fischauto einzureihen und welche zu ergattern. Es sind etwas durchsichtige Fischchen von der Länge einer Handspanne, die merkwürdigerweise nach frischen Gurken riechen. Man kauft sie ausgenommen und ohne Kopf. So werden sie gesalzen und in Mehl gewälzt, bevor man sie kurz in heißem Öl brät. Ein echtes Fast- und Fingerfood! (Der Gurkengeruch allerdings wandelt sich in klassischen Bratfischgeruch, der zuverlässig bis zum nächsten Tag in der Wohnung hängt.)


Auf dem Fensterbrett …

… meines Wohnzimmers wird immer mal umgeräumt, es ist eine kleine Bühne mit saisonalen Akteuren. Jetzt, Anfang März, träumt sie von einer Osterdekoration in Pastelltönen. Höchste Zeit für ein Bild von dem, was dort in den letzten Wochen stand. („Nagori“ heißt es in Japan – „Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit“.) In diesem Winter waren das weiße Blumen in dunklen Gefäßen, eingerahmt von ein paar schwarz-grünen Bollhagen-Kleinigkeiten. Den großen Auftritt haben sie nicht bekommen, der ging an das warme Lampenlicht, das an diesem grauen Abend schon früh die Oberhand gewann. (Die Vase, obwohl sie so aussieht mit ihren Streifen und dem unnachahmlichen Winkelmaß der Mitte des letzten Jahrhunderts, ist nicht von Bollhagen.)

Gezeichnet habe ich auf etwas vorgrundiertem Stillman&Birn Beta im Ringbuch – und dabei in meinem neuen Grün geschwelgt, dem Green Apatite Genuine von Daniel Smith.


Süßigkeiten

Gestern war mal wieder Gelegenheit, über den Freitagsmarkt zu schlendern und in die angrenzenden Geschäfte zu schauen. Lange war ich nicht mehr in der Rösterei Fuchs gewesen; natürlich nahm ich neben dem Kaffee noch die eine oder andere Kleinigkeit mit. Und dann der neue Asia-Laden! Da heißt es, sich mit Augenmaß durchzuknuspern. Mochi zum Grüntee, die gab es schone ein ganze Zeit nicht mehr. Und da es draußen zwar sonnig, aber eisig kalt war, zeichnete ich mit gutem Gewissen eine Auswahl der netten Kleinigkeiten.

Eine kleine Auswahl origineller Süßigkeiten zum Tee.

Nach meinen Ausflügen ins Gouache-Land bin ich wieder zum gewohnten „Ink&Wash“ zurückgekehrt. Die Tinte ist neu, Platinum Carbon Ink. Ich sah sie in einem Versand als Patronen; für unterwegs natürlich ideal. Sie scheint mir nicht so dunkelschwarz wie die von deAtramentis, mal sehn, wie der Füller auf die Dauer mit ihr klarkommt.


Kormorane

Obwohl ich in Greifswald studiert habe und seit über zehn Jahren in Schwerin lebe, sah ich die ersten Kormorane nicht in Norddeutschland, sondern in den Rheinauen bei Karlsruhe. Es muss im zeitigen Frühjahr 2010 gewesen sein, mithin im „Jahr des Kormorans“, was ich damals allerdings noch nicht wusste. An den Schweriner Seen sind sie mir in diesem Winter zum ersten Mal aufgefallen. Ein Blick in den „Kormoranbericht Mecklenburg-Vorpommern“ bestätigt den Eindruck: die Zahl der Wintergäste hat wegen der milden Witterung stark zugenommen.

Wirkliche Vor-Ort-Studien waren bei dem bis vor kurzem noch kalten Wetter nicht möglich; so habe ich aus einem bisschen eigenem Gekritzel und Fotos aus dem Netz versucht, einige typische Silhouetten in Gouache zu skizzieren.

Mit ihren krummen Schnäbeln und ihrem schwarzen Gefieder sehen die Vögel ein bisschen unheimlich aus. Gern sitzen sie auf Ästen oder Buhnen über dem Wasser, manchmal in einer seltsamen und charakteristischen Haltung mit ausgebreiteten Flügeln und seitlich verdrehtem Kopf. Damit sie besser tauchen können, saugen sich ihre Federn schnell voll Wasser – und werden dann quasi zum Trocknen aufgehängt.

Die zahlreichen Wintergäste wurden vom Kälteeinbruch Mitte Februar eiskalt erwischt; einige Tage lang herrschte an einem kleinen Wasserloch am Schweriner Pfaffenteich ein unglaubliches Gewimmel. Hier konnte ich auch einen Kormoran gravitätisch über das Eis watscheln sehen – ein wirklich erheiternder Anblick! Und anscheinend eher selten, ein Referenzfoto habe ich nicht gefunden, so dass ich mich an mein eigenes und ein flüchtige Skizze gehalten habe. Auch schwimmend bieten die Vögel ein ungewohntes Bild: der Hinterleib samt Schwanz befindet sich unter der Wasseroberfläche; sie sehen aus wie überladene Schiffe.


Am Wasser

In diesem Winter habe ich die Wasservögel entdeckt. Zuerst, im Januar, als alles noch grau in grau war, stand ich eines Morgenspaziergangs am Schweriner Stadthafen vor einer schier paradiesischen Vielfalt an fliegendem, schwimmenden und watschelndem Getier. Waren die in den anderen Jahren nicht da gewesen? Oder hatte ich sie schlicht nicht gesehen? Vermutlich beides: viele Wintergäste kommen früher, bleiben länger oder fangen gleich ganz bei uns zu brüten an, was sie früher nie getan haben. Und wenn man erst einmal anfängt hinzusehen, findet man mehr und mehr – das ist bei den Vögeln nicht anders als bei den Pilzen.

Faszinierender Weise spielt sich das Wunder in Schwerin mitten in der Stadt ab, deren Zentrum direkt an den See grenzt. Im Bereich des Stadthafens scheint es besonders viele Fische zu geben, denn vor allem die Räuber waren reichlich vertreten: Möwen, Kormorane, Gänsesäger (Wer ist das denn? Sie kommen später ins Bild.), Reiher … Ja: als ich noch staunend vor der Versammlung stand und mich zu orientieren begann, erhob sich mit eins ein schneeweißer Silberreiher in den grauen Winterhimmel …

Seitdem bin ich jede Woche die verschiedenen Uferstellen abgegangen, habe (schlechte Handy)-Fotos gemacht und auch ein paar Skizzen. Letzteres ist gar nicht so einfach; am Seeufer ist es meist doppelt so kalt wie anderswo und außer den Enten halten die meisten Vögel einen gewissen Abstand zum Ufer.

Silberreiher – Ardea alba – Gouache auf grauem PaintOn-Papier von Clairefontaine, A4.

Seit einer Woche hat sich das Bild durch den Frost noch einmal gewandelt; die offenen Wasserstellen sind weit draußen auf dem See; nur am Pfaffenteich (einer Art kleiner Binnenalster) gibt es einen warmen Zufluss, an dem ein unglaubliches Getümmel herrscht.

Eigentlich wollte ich mehrere Vogelarten auf einem Bild vereinen und noch ein bisschen Landschaft zeigen – ich merkte bald, dass ich mich damit heillos übernommen hätte. So beschloss ich, bei einem Vogel zu bleiben und dabei ein bisschen Gouache zu üben. So ist dieser Silberreiher nach einer Fotovorlage von Pixabay entstanden.


Rot

Immer mal wieder kaufe ich Gemüse, das ich zum Essen eigentlich nicht brauche, um es zu zeichnen. Regelmäßig treibt es mich zur Eile, auf dass es, gezeichnet oder ungezeichnet, gegessen werde, bevor es verdirbt.

Heute habe ich mich der speziellen Variante „Halbgezeichnet“ gewidmet, all dem, was seit ein zwei drei Wochen in verschiedenen unvollendeten Stadien herumliegt und neue Anfänge blockiert. Ein Kürbis in Gouache fand wenig Gnade in meinen Augen, wurde aber wenigstens soweit fertig, dass er in die Suppe und das Skizzenbuch in den Schrank darf. Die Paprikaschoten kamen zu einem erfreulicheren Ende und zeigen nun eindrücklich, was so an Rot in meinem kleinen Aquarellkasten steckt. (Und wieder einmal konnte ich feststellen, dass viele Rottöne erst zu leuchten beginnen, wenn man sie dick und am besten in mehreren Schichten aufträgt.)

Zwei Paprikaschoten. Aquarell auf Stillman&Birn Zeta A4.


Vierundzwanzig Farben II

Nachdem ich meinen Farbkasten gezeichnet hatte, bekam ich Lust, mich den Farben im Einzelnen zu widmen. Oder eher in der Form von Gruppenporträts, wobei manche mehrmals auftauchen. Die Farben sind, wenn nicht anders erwähnt, von Schmincke Horadam und heißen dort auch so, wie ich sie hier nenne. Zum Nachschlagen eignet sich die Farbbroschüre des Herstellers. Die Pigmentnummern lassen sich hier nachschlagen.

Zuerst einmal die Primärfarben, wie wir sie von jedem Farbdrucker kennen – CMY. Cyan (Schmincke Heliocoelin), Magenta, Yellow (Kadmiumgelb hell). Wäre ich einer, würde ich damit alle Farben hinbekommen. Jedenfalls theoretisch. Denn auch so ein Drucker – der ebenfalls ein Aquarellist ist und mit der Helligkeit des Papiers arbeitet – braucht etwas Dunkles für die Schatten. Die „dunkle Ecke“ des kleinen Kastens enthält bei mir zur Zeit fünf Farben – vier davon sind im rechten Kästchen zu sehen. Oben Sepia und Indigo – beides moderne Nachstellungen traditioneller Farben. (Gerne würde ich mal mit echtem „Sepia“ vom Tintenfisch malen und erfahren, wie sich diese Farbe anfühlt.) Zusammen ergeben die beiden „mein“ Paynesgrau und dick aufgetragen ein lebendiges Schwarz. (Der englische Landschaftsmaler William Payne kam als erster auf die Idee, ein lebendiges Grau aus verschiedenen „farbigen“ Tönen zu mischen.)

Neben diesen beiden Universalisten sieht man unten noch zwei dunkle Spezialfarben. Hämatitschwarz, das kein Schwarz ist, sondern ein dunkles , sehr neutrales Grau (mit der internationalen Pigmentnummer PG 17), opak und granulierend, eignet sich für Steine aller Arten, ob verbaut oder in der Natur. Das Van-Dyck-Braun ist von dem polnischen Hersteller Roman Szmal, einem Spezialisten für Naturfarben, und besteht aus reiner Braunkohle. Es ist ein tiefer, warmer, ebenfalls stark granulierender Ton, bei dem ich an ein umgepflügtes Feld denken muss.

Gleich neben den Schwarzäquivalenten kommen die Blautöne. Indigo ist schon der erste von ihnen, Heliocoelin haben wir als „Cyan“ kennengelernt, dazu noch Ultramarin. Auch Ultramarin ist ein Universalist, passt sich überall an, bringt Schatten zum Leuchten und Himmel zum Strahlen. Nach einem Versuch mit dem stark granulierenden „Französisch Ultramarin“ bin ich wieder zu „Feinst“ zurückgekehrt.

Daneben stehen vier Möglichkeiten, ein Grau zu ermischen – neben einer zarteren Variante von Paynesgrau noch einige weniger vertraute „Buntgraue“.

Unter den Gelbtönen ist ein Neuling. Neben Kadmiumgelb hell, stark deckend und als „Yellow“ eine der drei Grundfarben, und dem lasierenden und strahlenden Indischgelb ist eine Farbe namens „Grüngold“ von der koreanischen Firma „Mijello“ (PY 150, Nickel-Azo-Gelb) dazugekommen. Die Charakteristik dieser Farbe lässt sich am Bildschirm kaum zeigen, sie leuchtet selbst stark verdünnt noch in einem fluoreszierenden, fast giftigen Ton. Es gibt sie auch von anderen Herstellern; ich hatte sie gerade von Mijello zur Hand.

Rechts die vier Grüntöne. Ganz unten Perylengrün, das von den Herstellern bei den Schwarztönen einsortiert wird und eine „schwarze“ Pigmentnummer (PBk 31) trägt; es war Liebe auf den ersten Blick. In dicken Schichten ein dunkles Fastschwarz, wird es verdünnt erstaunlich transparent und grüner, als die Farbprobe neben den leuchtenden Nachbarn ahnen lässt. Phtalogrün ist ein seltsamer Geselle: obwohl ich es so selten brauche, dass ich das Näpfchen noch aus der Erstbestückung habe, darf es bleiben – könnte doch irgendwann der Moment kommen, in dem unersetzlich ist (und ermischbar ist es kaum). Wirklich gebraucht habe ich es bisher nur einmal für eine leuchtende Brandung. Über dem stumpfen Chromoxidgrün dann das schon in Teil 1 erwähnte Green Apatite Genuine von Daniel Smith – es hat als „historische“ Mineralfarbe keine Pigmentnummer. Ein Grün, das das Zeug zum einen einzigen Grün hätte – wie das eine Buch für die einsame Insel.

Unter den „Ziegelfarben“ finden sich drei meiner Lieblingstöne: Goldbraun, Krappbraun und Lasurorange, drei warm leuchtende, strahlende Farben aus modernen Pigmenten. Umbra und Sienna natur sind ihre treuen Begleiter, stets für eine Mischung bereit, wenn es mal nicht ganz so grell zugehen soll.

Bliebe noch das Rot. In einem Kasten, mit dem unterwegs gearbeitet wird, habe ich eine Menge Rottöne dabei. Neben Ziegelmauern – die es hierzuland reichlich gibt – wollen auch Blüten bedacht werden, Früchte, menschliche Gesichter und Sonnenaufgänge. Rottöne lassen sich erstaunlich schlecht mischen und werden in Verdünnung manchmal fade – dagegen hilft z.B. das Opernrosa mit seinen Fluoreszenzanteilen, grell wie eine Operndiva. Hat es daher seinen Namen? Ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall bin ich gespannt, welcher der Neulinge sich halten wird und wer beim nächsten Umräumen den Platz räumt.


Vierundzwanzig Farben

Der Begriff „Farbe“ bezeichnet in der deutschen Umgangssprache zweierlei: ein subjektive Sinneswahrnehmung, hervorgerufen durch Licht verschiedener Wellenlänge, und die Stoffe, mit denen diese Wahrnehmungen verändert werden können – Farbstoffe – löslich – und Pigmente – unlöslich. Als Autodidaktin weiß ich noch gar nicht so lange, dass die Farben in den Näpfchen meines Aquarellkastens „Pigmente“ heißen, unlösliche, in ein wasserliebendes Bindemittel eingebettete Stoffe. Nur weil sie fast unendlich fein vermahlen sind, erwecken sie den uns bekannten „aufgelösten“ Eindruck.

Ich liebe diese „Farbmittel“, wie der offizielle Ausdruck lautet, wie ich alles Stoffliche liebe, alles, was meine Sinne mit der Erde verbindet. Sie verlangen uns etwas ab, Kenntnis, Beobachtung, Erfahrung; sie begrenzen und disziplinieren uns und eröffnen uns gerade dadurch Räume der Freiheit. Manche Künstler führen diese Begrenzung ins Äußerste, haben nur noch drei oder vier Grundfarben auf der Palette und den Ehrgeiz, sich alles andere zu ermischen. Ich erprobe das manchmal zu Hause, wenn ich Zeit habe; unterwegs und im Alltag darf die Auswahl größer sein. (Nicht zu vergessen: die meisten Farben in den Näpfchen bestehen nur aus einem jeweils einzelnen Pigment, auch wenn sie in der Theorie des Farbkreises „Mischfarben“ sind.)

Ein neues Grün zieht in den kleinen Kasten ein und das große Umräumen beginnt.

In den letzten zwei Wochen habe ich wieder einmal meinen kleinen Farbkasten umgeräumt, meine aus vierundzwanzig Näpfen bestehende, somit ganz schön lange Shortlist. Gekauft habe ich das Kästchen von der Firma Schmincke mit zwölf Farben, später auf vierzehn erweitert, und erst als ich die Grundplatte herausgenommen hatte, passten vierundzwanzig hinein. (So dicht gedrängt laufen die Farben manchmal unterwegs ineinander, das ist der einzige Nachteil.) Es gibt unter diesen vierundzwanzig welche, die von Anfang an dabei sind, und Plätze, die alle Jahre neu vergeben werden; es gibt Stars und ihre stillen Begleiter, Herzensfreunde und Geduldete.

Anlass für die Umräumaktion war ein neues Grün, Green Apatite Genuine von Daniel Smith, ein warmes, granulierendes Mittelgrün, ein Star aus gemahlenen Mineralstein. Ich schob alles mehrmals hin uns her, notierte mir die Pigmentnummern und beschloss, das ganz erst einmal als Farbkreis darzustellen.


Keine Kartoffel

Diese Kartoffel ist keine Kartoffel. Jedenfalls nicht im engen Sinn von Solanum tuberosum. Die Sorte „Mayan Gold“ wurde in Schottland aus einer anderen, nah verwandten Pflanzenart, Solanum phureja, gezüchtet. Sie ist von angenehmem, leicht süßlichem Geschmack und ungewöhnlicher, cremig-trockener Textur.

Vor ein paar Jahren hatte ich sie schon mal in einer Sortentüte, die ich für ein aufwändiges Zeichenprojekt gekauft und deren Inhalt ich dann auf dem Balkon ausgepflanzt hatte. Bei der Verkostung fand ich seinerzeit in der Schale weich gekochten Kartoffelbrei – die Kochzeit ist kürzer als bei herkömmlichen Kartoffeln. Dieses mal hat es besser geklappt und vielleicht pflanze ich mir diesen Sommer wieder welche auf die Terrasse.

Kartoffeln der Sorte „Mayan Gold“, mal wieder auf Stillman&Birn beta im Ringbuch.