Urban Sketching
Veröffentlicht: 22. September 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Architektur, Reiseskizzen, Urban Sketching | Tags: 60er Jahre, Architektur, Dom, Gotik, Kirche, Moderne, Romanik, Urban Sketching Hinterlasse einen KommentarVor fast zwanzig Jahren, 2007, hatte der in Seattle lebende spanische Graphiker Gabriel Campanario eine Idee. Campanario war bei der „Seattle Times“ als „Visual Journalist“ angestellt, als zeichnender Journalist, und er lud Gleichgesinnte ein, gezeichnete Reportagen ihrer Lebenswelten auf einer gemeinsamen Plattform zu veröffentlichen.
Die Grundidee des Urban Sketching war geboren.
Bald öffnete sich der handverlesene Kreis geladener Gäste, Tausende Menschen nahmen den Gedanken auf, schlossen sich zu lockeren Gruppen zusammen und veröffentlichten ihre Werke im sich explosionsartig vergrößernden interaktiven Internet.
Neben der Authentizität ist das gemeinsame Zeichnen zu einem Markenkern der Bewegung geworden. Es gibt kleine informelle Veranstaltungen ebenso wie regelmäßige große Treffen, auf Landesebene und sogar weltweit, dabei ist das Ganze eine vorwiegend von Ehrenamtlichen getragene Graswurzelbewegung geblieben.

In diesem Jahr war Bremen die Gastgeberstadt des alljährlichen Deutschlandtreffens. Ich war einen Tag vor der offiziellen Eröffnung angereist und ließ mich durch die Stadt treiben, in der schon hier und da die ersten Zeichnenden auf ihren Hockern zu sehen waren. Ich fror ein bisschen und blieb erst einmal drinnen in der Liebfrauenkirche vor einem der modernen Glasfenster.
Später nahm der Tag Fahrt auf, die Schweriner Freunde trudelten ein und nach der beseligenden Auftaktveranstaltung fanden wir uns auf dem Marktplatz wieder. Hier blieb mir einfach nichts anderes übrig, als den Bremer Klassiker ins Buch zu bringen – Dialog von Mittelalter und Moderne, Kirche und Welt, Dom und Bürgerschaft.

Ausnahmsweise breitete ich das Bild über zwei Buchseiten aus, wobei die Ringbuchspirale die beiden unterschiedlichen Welten sowohl trennt als auch verbindet. (Kurze Erklärung: die Bremer Bürgerschaft ist der „Landtag“ des Stadtstaates, das Gebäude in der Formensprache der Moderne behagte in den 60er Jahren nicht jedem.)
