Im Wald und auf der Heide …

… war ich am vergangenen Sonntag auf der Suche nach Pilzen unterwegs gewesen. (Weniger eingängig müsste es heißen: Erst auf der Heide und dann im Wald.) Die (Lübtheener) Heide kam hier schon einmal vor, in den letzten Jahren fand ich dort Unmengen an Grünlingen, massenweise riesige alte Steinpilze und auch ein paar Raritäten. Da war es Ende Oktober, Anfang November gewesen. Letztes Wochenende hatten wir Anfang September, und ich fand – nichts. Zwei Perlpilze einer Varietät, der ich nicht bis in die Pfanne traute, ansonsten nicht mal Kartoffelboviste, die sonst überall wachsen.

Im übrigen war es ein wunderbarer Tag, sonnig, aber nicht zu sehr, ein leichter frischer Wind wehte über die noch blühende Heidefläche, es war friedlich, still und ein bisschen unwirklich.

Nachdem ich meine Runde gedreht hatte, verstaute ich den Pilzkorb im Auto und fuhr in ein zwanzig Kilometer entferntes ausgedehntes Waldgebiet mit anderem Kleinklima. Ich brauchte nicht lange zu suchen, bis sich ein bisschen was für die Pfanne fand, einige Riesenschirmlinge und ein einsamer makelloser Steinpilz.

Mindestens eben so große Freude bereiteten mir die beiden Halskrausen-Erdsterne, Geastrum michelianum, seltsame Gebilde, die an außerirdisches denken lassen. Die beiden hatten einen Durchmesser von sieben bis zehn Zentimetern. Sie sind vergleichsweise selten und ungenießbar, die nächsten werde ich im Wald lassen.

Weitere merkwürdige Gesellen waren diese Dickblättrigen Schwärz-Täublinge, Russula nigricans. Über Täublinge habe ich hier schon des öfteren berichtet, diese kannte ich noch nicht. Sie sehen aus wie normale (kurzstielige) Täublinge, sind jung essbar und werden mit dem Alter immer härter und schwärzer – ich konnte das an meinen Exemplaren beobachten, die nach einigen Tagen an ein Stück altes Holz erinnerten, dabei komplett ihre Form gewahrt hatten.

Zum Schluss fand ich noch zwei Kupferrote Gelbfüße, wunderschöne dunkelbunte Stücke, doch im Innern mehr Maden als Pilz; auf eine Zeichnung habe ich verzichtet.

Dieser Ausflug ist nun eine Woche her. Beim heutigen Morgenweg an einem der Schweriner Seeufer wimmelte es von jugendlichen Fruchtkörpern der verschiedensten Pilzarten – in den nächsten Tagen werden sich Ausflüge mit Korb und Messerchen vermutlich zunehmend lohnen.