Tudorburg und Nierentisch

Nach der Entdeckung des Coburger Sonnenhauses war ich dort ein wenig auf der Suche nach Stilbrüchen. (Zu Hause erst fiel mir auf, dass ich die sehr attraktive Renaissance-Architektur mit ihren bunten Fassaden ganz und gar verschmäht hatte.) Fündig wurde ich am frisch renovierten Albertsplatz, an dem sich eine der einschlägigen Tudorburgen mit einem Ladengeschäft in lupenreiner Nachkriegs-Nierentischästhetik verbunden hat. Als ich mir später Archivbilder des Platzes ansah, stellte ich fest, dass bei der Neugestaltung jemand mit Gespür für Details am Werk gewesen sein musste: Der so passgenau scheinende Schriftzug ist neu und hat einen im 70er/80er-Stil ersetzt.

Albertsplatz, Coburg. PITT-Marker und Wasserfarbe in S&B Beta.

Albertsplatz, Coburg. PITT-Marker und Wasserfarbe in S&B Beta.


Bärenschwester

Vor einigen Jahren schrieb der englische Anthropologe Daniel Miller ein Buch mit dem Titel „Der Trost der Dinge“. Miller hat die Bewohner einer Londoner Straße über die Dinge in ihren Wohnungen befragt – herausgekommen ist ein wahrhaft tröstliches Buch über Menschen, Gegenstände und beiderlei Seele.

Manchmal habe ich das Bedürfnis, mehr oder weniger alltägliche Dinge abzubilden – eine Teetasse, eine Espressomaschine oder meinen alten Teddy, in die Stille eines solchen Stilllebens zu lauschen und den schweigenden Begleitern mit einer Zeichnung meinen Dank auszudrücken.

Meine alte Bärenschwester. Der Teddy hat ein Wollkleid an, das ich ca. 1962 getragen habe.

Meine alte Bärenschwester Jahrgang 64 in einem Wollkleid, das ich etwa um die Zeit getragen habe.