Die Hagebutten der Physikerin
Veröffentlicht: 11. Januar 2015 Abgelegt unter: Botanische Malerei, Farbstifte | Tags: Hagebutte, Marie Curie, Rose 3 KommentareWie kommt jemand dazu, eine lachsrosa romantische Rose „Marie Curie“ zu nennen? Vielleicht waren ja alle anderen bekannten Frauennamen schon vergeben … Wie dem auch sei, von den drei Rosen, die ich dieses Jahr auf mein neues Hofbeet gepflanzt habe, scheint sie die wüchigste und gesündeste zu sein, und dank des milden Winters finden sich sogar ein paar spät ausgereifte Hagebutten.
Die Schönste von allen
Veröffentlicht: 10. Januar 2015 Abgelegt unter: Aquarell, Botanische Malerei, Farbstifte | Tags: Poinsettia, Weihnachtsstern Hinterlasse einen KommentarDieses Blatt liegt schon seit zehn Tagen auf meinem Tisch, es waren arbeitsreiche Tage, die nur Zeit ließen für ein paar Skizzen zwischendurch, nicht vorzeigbar, wie mir schien, oder unfertig, oder, oder … Entstanden ist es in den letzten Tagen des vorigen Jahres, als Studie angelegt und auch so beendet.
Es zeigt die Schönste aus meiner diesjährigen Weihnachtsstern-Sammlung (die trocken-warm über der Heizung, mit wenig angewärmtem Wasser gegossen gut durch die Saison gekommen ist), eine Schönheit wie voller rosa Rokokko-Schleifen, schön wie die prächtigste Rose. Täglich erfreut sie mein Herz, wenn ich sie betrachte, wie sie noch immer in „Blüte“ steht.
Elfenblume
Veröffentlicht: 28. Dezember 2014 Abgelegt unter: Aquarell, Botanische Malerei | Tags: Benediktushof, Elfenblume, Epimedium, Staude, Traditionelle Chinesische Medizin Hinterlasse einen KommentarMit seinen immergrünen, nach Laubfärbung ausgewählten und in Form geschnittenen Gewächsen ist der „Garten der Stille“ am Benediktushof auch im Winter ein schöner Ort. Ich nahm einen Bodendeckerzweig mit in mein Zimmer und legte in den Seminarpausen immer mal eine Lasur auf das Bild. Bald merkte ich, dass ihm das fragmentarische gut stand, und arbeitete nur ein Blatt vollständig aus – eine Meditation über die Schönheit des Unvollkommenen ebenso wie über das Loslassen eines „Werkes“.
Meine Freude am fragmentarischen hinderte mich allerdings nicht daran, zu Hause nach dem Namen der unbekannten Schönen zu suchen: Epidemium, die „Elfenblume“ nach den hübschen, elfenartig tanzenden Blüten – ich erinnerte mich daran, sie im Frühjahr gesehen zu haben. Der englische Name „Barrenwort“ – „Unfruchtbarkeitskraut“ verweist allerdings auf eine weniger elfenhafte Anwendung: die Pflanze ist mit Sildenafil-(Viagra)-ähnlichen Inhaltsstoffen ein aus der Traditionellen Chinesischen Medizin bekanntes Aphrodisiakum.
Und, ja: Der „Bund Deutscher Staudengärtner“ hat der Pflanzengruppe den Titel „Staude des Jahres 2014“ verliehen – was es nicht alles gibt …
Kölner Engel
Veröffentlicht: 15. Dezember 2014 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Engel, Groß St.Martin, Köln Hinterlasse einen KommentarAuf dem Weg von Bonn zum Benediktushof hatte ich ein wenig – wie sich erweisen sollte, zu wenig – Zeit, die ich hoffte im Kölner Dom verbringen zu können. Leider war alles voll oder abgesperrt, und auch St.Andreas ganz in der Nähe wartete mit einem längeren Gottesdienst auf. Auf der Such nach einer ruhigen Ecke zum Zeichnen kam ich dann nach Groß St.Martin und umriss dort diesen Engel mit einigen wenigen Bleistiftstrichen – alles weitere habe ich später nach Fotografie ergänzt.
Zeitkapsel
Veröffentlicht: 8. Dezember 2014 Abgelegt unter: Artist Journal, Ink&Wash, Urban Sketching | Tags: Architektur, Bonn, visuelles Tagebuch, Wirtschaftswunder 3 KommentareIch habe gerade vier Tage Fortbildung hinter mir, die in der Mensa der Bonner Uniklinik auf dem Venusberg stattfand. Dieses Gebäude ist eine Zeitkapsel, direkt aus den Wirtschaftswunderjahren der jungen Bundesrepublik in die Gegenwart gekommen. Es ist völlig unsaniert – einschließlich der Originalfenster mit Einfachverglasung, Schwingtüren mit Drahtglas und eloxierten Metallgriffen und einem Lastenfahrstuhl, der die Jahreszahl 1958 trägt.
In den beiden Speisesälen gibt es modernes Mobiliar, auch die Beleuchtung ist nicht mehr original, an einigen wenigen Stellen liegt hässlicher PVC-Bodenbelag, ansonsten dürfte architektonisch im wesentlichen alles auf dem Stand vom Ende der 50er Jahre sein.
Ilse Bilse …
Veröffentlicht: 7. Dezember 2014 Abgelegt unter: Artist Journal, Ink&Wash, Urban Sketching | Tags: Annette von Droste-Hülshoff, Bonn, Ludwigslust, Stechpalme, visuelles Tagebuch 2 Kommentare… keiner willse, böse Hülse. Verständlich, meint „Hülse“ in diesem Vers doch weder ein sitzengebliebenes Mädchen noch eine Umhüllung, sondern ein stachliges Forstunkraut, Ilex aquifolium, die Stechpalme. Der Name „Hülse“ in vielen Ortsnamen weist auf die einst weite Verbreitung der Pflanze, besonders im Westen Deutschlands. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff trug eine solche Ortsbezeichnung in ihrem Namen.
Die Pflanze mag das atlantische Klima, mit Trockenheit und stärkeren Frösten kommt sie nicht zurecht. Als ich Anfang der 90er in den Westen Mecklenburgs zog, begegnete ich der Pflanze dort zum ersten Mal in den Wäldern und Dörfern. Das Dorf Loosen bei Ludwigslust ist bekannt für seine mindestens hundert Jahre alten Ilex-Hecken. Erstaunt nahm ich das zur Kenntnis, hatte ich die „Holly“ doch bis dahin für eine lästige amerikanische Weihnachtsimportware gehalten.
Bei einem Spaziergang auf dem Bonner Venusberg begegnete ich der Pflanze wieder. Hier gab es gleich noch ein anderes Relikt alter Forstwirtschaft zu bestaunen: Uralte Baumriesen, die ihre knorzige Form der Brennholzgewinnung aus Niederwaldwirtschaft verdanken. Dabei wurden, ähnlich wie bei Kopfweiden, die Bäume immer wieder in einer niedrigen Höhe abgeschnitten.
Negativer Weihnachtsstern
Veröffentlicht: 30. November 2014 Abgelegt unter: Aquarell, Botanische Malerei, Farbstifte | Tags: Brenda Swenson, Farbstifte, mixed media, negative painting, Poinsettia, Weihnachtsstern 2 KommentareIch mag Weihnachtssterne – wie eigentlich alle Pflanzen, die uns zuverlässig unsere nördlichen Winter erhellen. Für diese Adventszeit habe ich mir eine ganze Sammlung verschiedener Farben ins Fenster gestellt, in der neben knalligem Pink eigentlich nur das klassische Rot fehlt. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, von allen eine Zeichnung anzufertigen, bevor sie wie jedes Jahr am Zimmerklima verzagen.
Angefangen habe ich mit einem Exemplar mit Hochblättern in leuchtendem, fast fluoreszierendem Gelbgrün. Eigentlich wollte ich daran mal Brenda Swensons „Negativmalerei“ ausprobieren, aber ich hätte die Technik erst einmal an einem weniger komplexen Thema erproben sollen. Mit jeder Lasur wurden das Motiv undeutlicher und die Farben matschiger. So habe ich irgendwann zu meinen bewährten Polychromes-Stiften gegriffen und das Ganze noch einmal überarbeitet.
Zitronenlicht
Veröffentlicht: 21. November 2014 Abgelegt unter: Alltag, Aquarell, Artist Journal, visuelles Tagebuch | Tags: Bulgarien, Stillleben 2 KommentareDer Spätherbst beginnt, wenn Zitronen und Orangen im Lampenlicht leuchten, auf dem Markt oder zu Hause, wenn das fluoreszierende Gelb und Orange einen Kontrapunkt zum grauen Himmel und den dunklen Fenstern bildet.
Diese drei Zitronen habe ich einige Tage umkreist und gehütet und schon mal vorsorglich ein paar neue eingekauft, damit die Zitronen für den Tee trotz der Malerei nicht knapp werden. Die Kupferschale stammt aus Bulgarien und hat vermutlich in den 80ern den Weg in meinen Haushalt gefunden, zusammen mit einigem anderen handgeschmiedeten Kupfergeschirr.
Gelb mit starken Schatten ist ja die eine oder andere Übung wert, weil es leider schnell grau und matschig wird. Hier habe ich mich, passend zum Kupfer, für ein Grünspangrün entschieden. Eine andere Version mit einem auf Violetttönen basierenden Grau hat mich nicht so überzeugt.
Herzenskelch
Veröffentlicht: 9. November 2014 Abgelegt unter: Botanische Malerei, Farbstifte | Tags: Amazonaslilie, Eucharistie, Farbstifte, Herzenskelch Hinterlasse einen KommentarNach den vielen Gebäuden der letzten Wochen hatte ich schon länger Lust auf eine botanische Studie. Da traf es sich gut, dass unsere Eucharis nach einem Jahr wieder einmal blühte. Die Pflanze stammt aus den Nebelwäldern Südamerikas (daher auch der Name Amazonaslilie) und wächst in unserer eher dunklen Wohnung überraschend gesund und anspruchslos.
Der Name Eucharis kommt aus dem griechischen und bedeutet „anmutig“, zumindest steht es so in meinem etymologischen Pflanzenlexikon. εὐχαριστέω (eucharistéo) heißt auch „Dank sagen“, woraus sich der Begriff „Eucharistie“ für das christliche Abendmahl entwickelt hat. Dazu würde auch der Name „Herzenskelch“ passen, den die Pflanze auch trägt und der mir ganz besonders gut gefällt, denn beim Zeichnen der anmutigen großen weißen Kelche ist mir wirklich das Herz aufgegangen.










