Schweriner Bilder
Veröffentlicht: 14. Juni 2016 Abgelegt unter: Allgemein, Urban Sketching | Tags: Mecklenburg, Schwerin 3 KommentareVor zwei Wochen hatte ich das Vergnügen, mit einigen Zeichenkollegen und -kolleginnen gemeinsam einen Tag lang in Schwerin zu zeichnen. Und wie das so ist: die meisten Plätze hatte ich auch allein noch nicht abgebildet. Meint man doch immer, das könnte man ja jederzeit (und ein andermal, wenn man nicht auf Reisen ist) tun.

Begonnen haben wir unseren Stadtrundgang an der barocken Schelfkirche. Sie steht an einem stillen baumumstandenen Platz voller schlichtem, fast ein wenig ländlich anmutendem Fachwerkbarock. Wie jüngere Forschungen vermuten lassen, war ihr Vorgängerbau vermutlich im Kern älter als der Schweriner Dom.

Der östliche Chorraum des Schweriner Doms, gesehen vom Hof eines kleinen Restaurants in der Nähe.
- Am Abend noch der Blick über den Burgsee zum Schloss, mit seinen Kuppeltürmchen und seinem historistischen Prunk ein Neuschwanstein des Nordens.
- An einem der nächsten Tage habe ich mich dann am frühen Morgen in den Burggarten gesetzt und diese Brunnenfigur in der Morgenfrische skizziert.
Vietlübbe
Veröffentlicht: 10. Juni 2016 Abgelegt unter: Allgemein, Mixed Media, Urban Sketching | Tags: Backstein, Mecklenburg, Romanik, Vietlübbe 2 KommentareDas Dorf Vietlübbe liegt knappe 20 km nordwestlich von Schwerin, und es ist auch darüber hinaus wegen seiner ungewöhnlichen romanischen Kirche bekannt. Die Kirche ist eines der ältesten in Mecklenburg erhaltenen Bauwerke überhaupt, architektonisch verwandt dem Ratzeburg Dom, mit einem Grundriss in Form eines gleichschenkligen, „griechischen“ Kreuzes. Diese Kreuzkonstruktion ergibt zusammen mit den wuchtigen Rundbögen einen archaischen, ganz und gar romanischen Eindruck. (Von außen ist der durch einen hohen spitzen Holzturm deutlich in die gotische Länge gezogen.)
1989 wurde die Kirche generalüberholt und „reromanisiert“, Einbauten des 19.Jahrhunderts und die Übermalung im Stil der Zeit wurden entfernt und durch schlichte rot-weiße Kalkmalerei ersetzt. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Auffassungen von Authentizität zu verschiedenen Zeiten waren und sind – hier im Vergleich der Zustand vor der Renovierung.
Auch wenn die Authentizität nur eine vermutete ist und ich mir die Lebensverhältnisse im Mecklenburg um 1250 nicht herbeiwünsche – der Raumeindruck war überwältigend. Eine freundliche Küsterin ließ mich eine ganze lange Stunde zum Zeichnen allein, eine Stunde, die mir vorkam wie ein ganz besonderes Stück Zeit, ein Stück geschenkte Ewigkeit.

Innenraum der Kirche von Vietlübbe in Nordwestmecklenburg.
Zeitsprung
Veröffentlicht: 24. Januar 2016 Abgelegt unter: Allgemein, Alltag, Mixed Media, Urban Sketching | Tags: Jens Hübner, Mecklenburg, Schwerin Hinterlasse einen Kommentar
Abendstimmung am Schweriner Marienplatz. Mischtechnik in Stillman&Birn Alpha.
Der Marienplatz ist im provinziellen (doch, doch) Schwerin in etwa die großstädtischste Gegend. Hier kreuzt einiges an öffentlichem Nahverkehr und Einkaufsmeilen, die auch sonnabends lange auf haben. Gestern war bei Schneematsch und Nieselregen der Betrieb eher gedämpft, und als ich Richtung Innenstadt abbog, hielt ich für einen Moment die Luft an, so verblüffend war der Anblick. Eine Baulücke gab den Blick frei auf eine schneedämmrige Hoflandschaft mit Bäumen und unsanierten Nebengebäuden. Der Abriss eines vermutlich Jahrzehnte alten Behelfsbaus hatte dazu ein paar alte Werbeschriften wieder zum Vorschein gebracht – für eine kurze Minute war mir, als hätte jemand den Film der Gegenwart angehalten, um mich in die, sagen wir mal, 60er Jahre blicken zu lassen.
Ich habe das Bild mit relativ weichem Bleistift angelegt und zu Hause mit Aquarellfarbe ergänzt – die gelben Briefkästen mit Aquarellstiften von Faber Castell – ein kleiner Gruß an Jens Hübner.
Willigrader Kräutertee
Veröffentlicht: 13. Oktober 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Mecklenburg, Schwerin, Willigrad Hinterlasse einen KommentarAm Wochenende saß ich bei strahlendem Wetter im Café am Schloss Willigrad bei Schwerin. Neben hervorragendem selbst gebackenem Kuchen gibt es dort auch unschlagbaren Kräutertee – ein frisch aufgebrühtes Kräutersträußchen aus dem eigenen Garten. In meiner Tasse fand ich Thymian, Salbei, Borretsch und zur Dekoration ein leuchtend gelbes Ringelblümchen.
Jagdschloss Friedrichsmoor
Veröffentlicht: 3. Oktober 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Friedrichsmoor, Jagdschloss, Ludwigslust, Mecklenburg Hinterlasse einen KommentarSchloss und Park Ludwigslust sind nicht die einzige Gründung, die aus der Jagdleidenschaft der mecklenburgischen Herzöge hervorging. 15 km weiter östlich, in der von sumpfigen Wiesen, Fischteichen und Eichenwäldern geprägten Lewitz, steht das Jagdschloss Friedrichsmoor. Die liebevoll restaurierte Anlage bietet eine geradezu schmerzlich perfekte Landlust-Idylle samt Reiterhof und Taubenzucht, und natürlich kann man hier auch heiraten. (Wobei die Hofkatzen auch schon mal auf dem Buffet erwischt wurden.)
Als ich neulich bei makellos sonnigen Herbstwetter dort einen Kaffee trank, ging es ruhig zu und die Katzen warteten geduldig, bis ich ihnen freiwillig ein Stück von meinem Kuchen spendiert hatte. Koloriert habe ich mein Bild dann zu Hause, weil es in dem nach Norden gelegenen Hof dann doch allmählich kühl wurde.
Porträt einer Eiche
Veröffentlicht: 29. August 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Bellin, Eiche, Mecklenburg 3 KommentareAls Abschluss meines Belliner Wochenendes habe ich eine Eiche porträtiert, eine Eiche, wie sie eichiger kaum denkbar ist, einen solitären Baum von mindestens 200 Jahren mit mächtigem Stamm und nach allen Seiten ausladenden, reichlich beblätterten Ästen: eine Persönlichkeit, für die der Begriff „Porträt“ durchaus angemessen ist.
Auch hier hatte ich Zeit: ich konnte vor Ort die Form und die wichtigsten Schatten anlegen. Heute hatte ich Gelegenheit für die Feinarbeit. Bei der technischen Gestaltung habe ich mich von Claudia Nice‘ wunderbarem Buch „Creating Textures in Pen&Ink with Watercolor“ anregen lassen.
Bellin
Veröffentlicht: 28. August 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Bellin, Güstrow, Mecklenburg 4 KommentareIm stillen Herzen Mecklenburgs, etwas südlich von Güstrow, liegt der kleine Ort Bellin, der im Mittelalter vielleicht bedeutender war als heute – jedenfalls lässt die wuchtige Kirche das ahnen. Heute steht sie etwas außerhalb des Dorfes auf einem Hügel, umgeben von alten Linden und benachbart mit dem ehemaligen Pfarrhaus. In diesem Haus, das heute ein kleines, liebevoll von einem Verein geführtes Einkehrhaus ist, habe ich das vergangene Wochenende verbracht.
Bei makellosem Spätsommerwetter durfte ich einen ganzen Vormittag lang ungestört im Schatten der Bäume sitzen, so dass ich die Zeichnung einschließlich Kolorit fast vollständig dort fertigstellen konnte – ich habe zu Hause nur noch mit zwei Farbschichten die Kontraste vertieft.
Noch ein Fisch
Veröffentlicht: 12. Juli 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Bollhagen, Fisch, Maräne, Mecklenburg, Schaalsee Hinterlasse einen KommentarDieses Wochenende gab es bei mir geräucherte Maräne. Maränen gedeihen nur in tiefen sauberen Seen, hier in der Region stammen sie meist aus dem Schaalsee, der seinen besonderen Charakter auch durch die Lage an der innerdeutschen Grenze bewahren konnte. Die Maränen sind so typisch für den See, dass die einzig an ihm gelegene Stadt – Zarrentin – , gleich zwei davon in ihrem Wappen führt.
In Süddeutschland kennt man die Fische als Felchen oder Renken, wobei, wie ich beim Nachlesen erfahren habe, zwischen den umgangssprachlichen Namen und der zoologischen Klassifikation oft nur lockere Bande bestehen.
Dieser hier heißt mit vollem Namen Coregonus albula. Sein nächster Verwandter wohnt im sagenumwobenen Stechlinsee und trägt – wie könnte es anders sein – den Namen Coregonus fontanae .
Rehna
Veröffentlicht: 4. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Kloster, Lenin, Mecklenburg, Rehna Ein KommentarRehna ist eine Kleinstadt zwischen Schwerin und Lübeck, und es ist auch ein Kleinod. Das liegt vor allem an der trotz Reformation und Säkularisierung gut erhaltenen Klosteranlage. Ein rühriger Klosterverein hält alles auch bei vermutlich überschaubaren Besucherzahlen liebevoll in Ordnung, es gibt einen blühenden Klostergarten, einen stillen lindenbestandenen Kirchplatz, ein nettes Café und auch außerhalb des Klosters viel Fachwerk und Backstein.
Das Gelände ist sumpfig, und überall in der Stadt tritt Grundwasser aus artesischen Brunnen an die Oberfläche. Und dann ist da noch die ehemalige Wassermühle. Nicht, dass sie architektonisch auffiele, doch sie steht in einer unerwarteten genealogischen Verbindung mit der Weltgeschichte. Von 1712 bis 1717 kam der Rehnaer Christopher Friedrich Großschopf als Mühlenpächter zu so viel Wohlstand, dass er in Lübeck das Bürgerrecht erwerben konnte. Er wurde Kaufmann und gelangte über Talinn nach St.Petersburg, wo er 1799 hochbetagt starb. Zu seinen Nachfahren gehörte hundert Jahre später ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow, der unter dem Namen Lenin zweifelhaften Weltrum erwarb.









