Rehna
Veröffentlicht: 4. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Kloster, Lenin, Mecklenburg, Rehna Ein KommentarRehna ist eine Kleinstadt zwischen Schwerin und Lübeck, und es ist auch ein Kleinod. Das liegt vor allem an der trotz Reformation und Säkularisierung gut erhaltenen Klosteranlage. Ein rühriger Klosterverein hält alles auch bei vermutlich überschaubaren Besucherzahlen liebevoll in Ordnung, es gibt einen blühenden Klostergarten, einen stillen lindenbestandenen Kirchplatz, ein nettes Café und auch außerhalb des Klosters viel Fachwerk und Backstein.
Das Gelände ist sumpfig, und überall in der Stadt tritt Grundwasser aus artesischen Brunnen an die Oberfläche. Und dann ist da noch die ehemalige Wassermühle. Nicht, dass sie architektonisch auffiele, doch sie steht in einer unerwarteten genealogischen Verbindung mit der Weltgeschichte. Von 1712 bis 1717 kam der Rehnaer Christopher Friedrich Großschopf als Mühlenpächter zu so viel Wohlstand, dass er in Lübeck das Bürgerrecht erwerben konnte. Er wurde Kaufmann und gelangte über Talinn nach St.Petersburg, wo er 1799 hochbetagt starb. Zu seinen Nachfahren gehörte hundert Jahre später ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow, der unter dem Namen Lenin zweifelhaften Weltrum erwarb.
Café Naschwerk
Veröffentlicht: 12. April 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Mecklenburg, Schwerin, Sternberger Seenland Hinterlasse einen KommentarIn der schönen Landschaft des Sternberger Seenlandes gibt es nicht nur verzauberte alte Eichen auf Hügelgräbern, sondern auch einige überraschende Einkehrmöglichkeiten. Eine davon ist das Café Naschwerk in Weberin mit seinen atemberaubenden Torten. Es steht und fällt mit dem lebhaften und charmanten holländischen Tortenmeister „Edje“ Schütze.
Da ich mit einem alten Freund unterwegs war, der ebenfalls Niederländer ist, entspann sich bald ein Gespräch zwischen den beiden, und ich hatte genug Gelegenheit für eine schnelle Skizze. Das Aquarell ist dann allerdings nach meinem Foto entstanden.
Früher Frühling mit Gewitter
Veröffentlicht: 12. April 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Crivitz, Mecklenburg, Schwerin, Sternberger Seenland Hinterlasse einen KommentarNoch ist das erste Grün vor allem am Boden, und nur einige Sträucher zeigen einen zarten grünen Flor, den die Sonne der letzten Tage hervorgelockt hat. Gestern schien sie besonders kräftig und zog am Nachmittag schon die ersten Gewitterwolken nach sich – ein wunderbarer Tag für einen Ausflug ins Sternberger Seenland bei Kritzow.
Nach der Wanderung sind wir noch an Crivitz vorbei gefahren, weil ich endlich einmal den schönen Blick auf das Städtchen über den See hinweg zeichnen wollte. Es war frappierend zu erleben, wie sich das Licht innerhalb einer halben Stunde ins gewittrige wandelte, und zu Hause – während sie Welt sich vor den Fenstern verfinsterte – habe ich noch ein bisschen eins draufgesetzt.
Villa Zauberhaft oder: was ist ein Lambrequin?
Veröffentlicht: 2. April 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Bäderstil, Lambrequin, Ludwigslust, Mecklenburg Hinterlasse einen Kommentar
Villa im Bäderstil, Ludwigslust. Die Zeichnung entstand in einem selbstgemachte Skizzenbuch auf zwei Seiten mit unterschiedlichen Papierqualitäten und -formaten.
Um das mit dem Lambrequin gleich vorauszuschicken – bis vorgestern wusste ich es auch noch nicht. Dann lag die neueste Monumente-Ausgabe auf meinem Tisch, und ich erinnerte mich, dass ich die Artikel der Reihe „Was ist … ?“ eigentlich aufheben wollte, es dann aber doch nicht getan hatte. (Eigentlich will ich nämlich fast gar nichts mehr aufheben.) Beim Nachlesen anderswo fand ich dann heraus, dass es sich um hölzerne oder blecherne Zierleisten am Dachrand, an Giebeln und über Fenstern handelt, um diesen feinen durchbrochenen Zierrat, der Bädervillen und falsche Schweizerhäuser so unverwechselbar macht.
Heute morgen auf meinem Arbeitsweg schien dann die Sonne auf ein besonders schönes Exemplar in der Ludwigsluster Bahnhofstraße. Dieses Haus bekommt immer, wenn ich daran vorbeigehe, ein paar Extrablicke, ich habe es „Villa Zauberhaft“ genannt wegen seiner Türmchen, seiner geschwungenen Mansärdchen, seinem Stuck und eben seinem Lambrequin. Im Skizzenbuch vom vergangenen Frühherbst fand sich eine angefangene Zeichnung dieses Hauses, die ich heute koloriert habe.
Altes Land bei Kritzow
Veröffentlicht: 18. Januar 2015 Abgelegt unter: Mixed Media | Tags: Mecklenburg, mixed media, Schwerin, Sternberger Seenland 2 KommentareÖstlich des Schweriner Sees windet sich die Warnow durch eine archaische Endmoränenlanschaft. Hügelgräber sind über die Landschaft verstreut, und der Weg geht kilometerweit entlang einer jahrhunderte- vielleicht jahrtausendealten Gemarkungsgrenze, zwischen bemoosten Findlingen und verfilzten Weißdornhecken. Dazwischen stehen Eichen und Wildbirnen, und zu allem Überfluss gibt es auch noch ein Bibermoor. Ich bin immer wieder gern dort. In der sinkenden Dämmerung mit etwas Schneegriesel konnte ich die Skizze allerdings nur andeuten und habe die Farben zu Hause ergänzt.





