Zitronenlicht

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Drei Zitronen in einer Kupferschale. 22×22 cm

 Der Spätherbst beginnt, wenn Zitronen und Orangen im Lampenlicht leuchten, auf dem Markt oder zu Hause, wenn das fluoreszierende Gelb und Orange einen Kontrapunkt zum grauen Himmel und den dunklen Fenstern bildet.

Diese drei Zitronen habe ich einige Tage umkreist und gehütet und schon mal vorsorglich ein paar neue eingekauft, damit die Zitronen für den Tee trotz der Malerei nicht knapp werden. Die Kupferschale stammt aus Bulgarien und hat vermutlich in den 80ern den Weg in meinen Haushalt gefunden, zusammen mit einigem anderen handgeschmiedeten Kupfergeschirr.

Gelb mit starken Schatten ist ja die eine oder andere Übung wert, weil es leider schnell grau und matschig wird. Hier habe ich mich, passend zum Kupfer, für ein Grünspangrün entschieden. Eine andere Version mit einem auf Violetttönen basierenden Grau hat mich nicht so überzeugt.


Anker-Steinbaukasten

Heute konnte ich bei schönstem Herbstwetter nicht widerstehen, eines der Häuser am Schweriner Pfaffenteich zu zeichnen. Frisch saniert, prangten sie mit ihren Ziegelfarben in der Nachmittagssonne. Dieser Schweriner 1900er Baustil lässt mich immer an Anker-Steinbaukästen denken mit seinen klar abgegrenzten Klinkern, seinen Erkern und Türmchen. Als Kind habe ich mir viele Stunden mit einigen Vorkriegs-Tangrams aus dem Hause Anker vertrieben. Deren Packungen lagen glücklicherweise keine Lösungen bei, aber dafür Werbung für eben jene legendären Steinbaukästen, die ich wieder und wieder durchblätterte. Ich habe später, als sie wieder hergestellt wurden, darauf verzichtet, meine Kinder mit meinem Kindheitstraum zu belästigen, sondern beschränke mich darauf, die Kästen im Geschäft zu bewundern. Oder eben gelegentlich ein Steinbaukastenhaus zu zeichnen.

Schwerin27.10.

Haus am Schweriner Pfaffenteich


Der Trost der Dinge

Gestern in Berlin ergab sich auf der Rückreise aus Thüringen die erfreuliche Möglichkeit, mit einigen der Berliner Urban Sketcher in der Marheineke-Markthalle gemeinsam zu zeichnen. Nach zehn Tagen Stille und Wanderung fiel es mir nicht ganz leicht, mich auf das Stadtgewusel einzulassen, am Ende half es mir, einen schönen, nützlichen und, wie ich finde, etwas geheimnisvollen Gegenstand zu zeichnen – der Trost der Dinge.

Espressomaschine in einer Berliner Kaffeebar

Espressomaschine in einer Berliner Kaffeebar


Bahnhof Ludwigslust

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Ein typisches Bahnhofswartebild – kaum habe ich angefangen, ist der Zug auch schon da. So habe ich die Farben heute erst eingefügt und dabei gleich ein bisschen mit Konturen und Schattierungen experimentiert.

Im Hochsommer habe ich das gleiche vernagelte Gebäude schon einmal aus einer etwas anderen Perspektive gezeichnet, an zwei aufeinanderfolgenden Nachmittagen mit ähnlichem Wetter.

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