Rosenfinger
Veröffentlicht: 23. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Ägäis, Kos Ein Kommentar„Als aber die Frühgeborene erschien, die rosenfingrige Eos … “ So besang Homer in der Odyssee die Morgenröte, und an den Satz habe ich jeden Morgen beim Sonnenaufgangsbad gedacht. Rosenfinger! Eben ist alles noch etwas blass in apricot und bleu, und schon erstrahlt der östliche Himmel in rosigstem Karmin, um bald darauf scharlachrot zu lodern – da kommt kein Pinsel hinterher. Dennoch habe ich es, wie schon so viele vor mir, immer wieder versucht. Sonnenuntergänge sind da geradezu gemächlich, langsam verdämmert der Abend, und es bleibt noch Zeit, das alte Gemäuer ringsherum zu zeichnen.
Ländliches Kos
Veröffentlicht: 21. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Ägäis, Katzen, Kos 2 KommentareMittelpunkt meiner Seminarreise auf die griechische Insel Kos war das Asklepeion, Tempel des Heilgottes Asklepios. Dazu später mehr. Untergebracht waren wir in einer kleinen Appartementanlage in einer ländlichen Gegend inmitten von Oliven- und Zitronenbäumen, umgeben von Esel-, Hühner- und Taubengeräuschen. Nicht zu vergessen natürlich die Katzen, struppige, magere, großohrige Tiere, die anfangs alles fraßen was vom Tisch fiel, um einige Tage später bereits nach Katzenart am Essen zu mäkeln.
Jede Reise …
Veröffentlicht: 20. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Kos, Ludwigslust Hinterlasse einen Kommentar… beginnt mit dem ersten Schritt. Das galt auch für die Seminarreiee zur Ägäisinsel Kos, von der ich vor einigen Tagen zurückgekommen bin. In diesem Fall war der erste Schritt von meinem „Heimatbahnhof“ Ludwigslust aus zu tun. Da ich, wie man das so macht, wenn man fliegt, überpünktlich dort war, hatte ich endlich eine Gelegenheit, eine der großherzloglich Friedrich-Franzschen gusseisernen Säulen zu zeichnen.
Die beiden asiatischen Herren saßen mir dann friedlich schlummernd im IC nach Berlin gegenüber …

Gusseiserene Säule am Bahnhof Ludwigslust und zwei asiatische Herren, die mir im IC gegenüber saßen.
Rehna
Veröffentlicht: 4. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Kloster, Lenin, Mecklenburg, Rehna Ein KommentarRehna ist eine Kleinstadt zwischen Schwerin und Lübeck, und es ist auch ein Kleinod. Das liegt vor allem an der trotz Reformation und Säkularisierung gut erhaltenen Klosteranlage. Ein rühriger Klosterverein hält alles auch bei vermutlich überschaubaren Besucherzahlen liebevoll in Ordnung, es gibt einen blühenden Klostergarten, einen stillen lindenbestandenen Kirchplatz, ein nettes Café und auch außerhalb des Klosters viel Fachwerk und Backstein.
Das Gelände ist sumpfig, und überall in der Stadt tritt Grundwasser aus artesischen Brunnen an die Oberfläche. Und dann ist da noch die ehemalige Wassermühle. Nicht, dass sie architektonisch auffiele, doch sie steht in einer unerwarteten genealogischen Verbindung mit der Weltgeschichte. Von 1712 bis 1717 kam der Rehnaer Christopher Friedrich Großschopf als Mühlenpächter zu so viel Wohlstand, dass er in Lübeck das Bürgerrecht erwerben konnte. Er wurde Kaufmann und gelangte über Talinn nach St.Petersburg, wo er 1799 hochbetagt starb. Zu seinen Nachfahren gehörte hundert Jahre später ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow, der unter dem Namen Lenin zweifelhaften Weltrum erwarb.
Alstertal
Veröffentlicht: 2. Juni 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Alster, Hamburg, Wellingsbüttel Hinterlasse einen Kommentar
Torhaus des Gutes Wellingsbüttel im Alstertal. White Nights Aquarellfarben in Kunst&Papier Aquarellbuch.
Als Nicht-Hamburger denkt man – gesetzt den Fall, man war schon mal dort – bei „Alster“ vermutlich an die Binnen-, vielleicht noch an die Außenalster, große innerstädtische Wasserflächen, die dem Ort etwas Großzügiges geben und dabei fest in den urbanen Raum eingebunden sind. Dem Fremden weit weniger bekannt ist der Umstand, dass die Alster ein Fluss (eher: ein Flüsschen) ist, das sich von Norden kommend der Stadt in einem tief eingeschnittenen Flussbett entgegenschlängelt. Während sich links und rechts hanseatisch gehobene Hamburger Außenbezirke erstrecken, erweckt das unter Naturschutz stehende Flusstal den Eindruck ländlicher Abgeschiedenheit.
Dazu passt auch das ehemalige Gut Wellingsbüttel, dessen fast schon zu liebevoll restauriertes Torhaus das Alstertalmuseum beherbergt. Bei einer Pfingstmontagswanderung hatte ich Gelegenheit, es zu zeichnen, und gestern bin ich endlich dazu gekommen, die Farbe anzubringen. Dabei konnte ich gleich noch einen gedanklichen Schlenker Richtung Hamburg mache. Ich hatte vor einigen Wochen bei Gustav Jerwitz mein Sortiment an „White Nights“ Aquarellfarben vervollständigt und fand nun mit dem als „Olivgrün“ bezeichneten Ton genau das, was ich für die frühlingsgrünen Eichen im Hintergrund gesucht hatte.
Oranienburg
Veröffentlicht: 23. Mai 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Oranienburg 2 KommentareVor zwei Wochen war ich anlässlich einer Taufe in Oranienburg. Als Kind bin ich sehr viel dort gewesen und an vielen Sommertagen führte der Weg an dieser Kirche vorbei – drin gewesen bin ich jetzt zum ersten Mal. Gezeichnet habe ich die Kirche dann nachher doch von draußen, und unter der Hand ist mir beim Kolorieren das Wetter grauer geraten als es eigentlich war. Die Inschrift „Friede sei mit Euch“ befindet sich in der messingnen Türklinke.
Kamelie
Veröffentlicht: 1. Mai 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Kamelie 2 KommentareVor dreizehn Jahren bekam ich von einem wohlmeinenden Menschen, der die heiklen Ansprüche dieser Pflanzen nicht kannte, eine Kamelie im Topf geschenkt. Sie verlor Blüten und Knospen erwartungsgemäß schon beim Hinsehen, und was immer ich in den folgenden Jahren mit ihr anstellte, sicherte zwar ihr Überleben, führte aber allenfalls zu mickrigen Einzelblüten. Seit vier Jahren steht sie im Garten des Hauses, in dem ich wohne, in Seenähe, im leichten Schatten von Apfelbäumen und Holunderbüschen, und nach dem milden Winter ist es endlich soweit: sie blüht so üppig, dass ich seit vier Wochen immer mal zwei, drei Blüten für die Vase schneiden kann. Zu meiner Überraschung halten die prachtvollen Blütenköpfe, einmal geschnitten, tagelang Form und Schönheit, und ich kann sie mir gut in Haar oder Dekolleté einer Kameliendame vorstellen.
Der Holzkirchner Reiter
Veröffentlicht: 20. April 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Benediktushof, Kloster, Unterfranken Hinterlasse einen KommentarIn der langen und von zahlreichen Zerstörungen und Wiederherstellungen geprägten Geschichte des Klosters Holzkirchen sind nur wenige mittelalterliche Bauteile erhalten geblieben. Eines davon ist ein Sandsteinrelief mit zwei ungewöhnlichem Darstellungen: einem Reiter auf einer Eselin und einem bärtigen Mann, der ein Einhorn trägt. Der Reiter ist durch eine Umschrift als Christus gekennzeichnet: „Du, auf dem Reittier einziehender Christus wolltest mit deiner erhobenen Rechten den Segen über unsere Häuser geben.“ Der bärtige Mann – den ich hier nicht gezeichnet habe – stellt vermutlich Gottvater dar. Die Bilder lassen mich in ihrer ungewöhnlichen, frischen und naiven Ikonographie an einen Comic denken.

Der „Holzkirchner Reiter“, ein ca. 40 cm breites romanisches Sandsteinrelief. PITT- Marker und Wasserfarbe.
Eine weitere ungewöhnliche Christusdarstellung findet sich an der Rückseite der Kirche auf dem Gelände des Benediktushofs: der „Lehrende Christus“ von Gisela Drescher. Die lebensgroße Plastik strahlt starke Präsenz und große Schönheit aus, zumal sie bewusst so gestaltet ist, dass man ihr gegenüber Platz nehmen kann.
Benediktushof
Veröffentlicht: 19. April 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Benediktushof, Kloster, Unterfranken, Zen Hinterlasse einen KommentarDer Benediktushof ist ein spirituell orientiertes Seminarhaus auf dem Gelände einer alten Klosteranlage, ein Ort mit einer ganz besonderen Ausstrahlung und Atmosphäre. In den letzten zwei Jahren durfte ich im Rahmen einer Kursweiterbildung dort mehrmals einige Zeit verbringen. Dieses – vorerst letzte – Mal habe ich mich in den freien Stunden zeichnend der wechselvollen Geschichte der Klosteranlage gewidmet: gegründet wurde es bereits 775, also in frühmittelalterlicher Zeit, als Franken noch von dichten (Ur)Wäldern bedeckt war, an die noch viele Namen in der Region erinnern, nicht zuletzt der Ortsname Holzkirchen.
Dieses Bild zeigt den sogenannten Prälatenbau, ein Gebäude, das um 1550 errichtet wurde. Da blickte das Kloster bereits auf 800 Jahre zurück!
Café Naschwerk
Veröffentlicht: 12. April 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Mecklenburg, Schwerin, Sternberger Seenland Hinterlasse einen KommentarIn der schönen Landschaft des Sternberger Seenlandes gibt es nicht nur verzauberte alte Eichen auf Hügelgräbern, sondern auch einige überraschende Einkehrmöglichkeiten. Eine davon ist das Café Naschwerk in Weberin mit seinen atemberaubenden Torten. Es steht und fällt mit dem lebhaften und charmanten holländischen Tortenmeister „Edje“ Schütze.
Da ich mit einem alten Freund unterwegs war, der ebenfalls Niederländer ist, entspann sich bald ein Gespräch zwischen den beiden, und ich hatte genug Gelegenheit für eine schnelle Skizze. Das Aquarell ist dann allerdings nach meinem Foto entstanden.











