Noch mehr Pilze

Man könne den Kuchen entweder haben oder essen, lautet ein englisches Sprichwort. Auch Pilze zu sammeln (suchen wäre übertrieben gewesen), zu bestimmen oder zu putzen und trocknen geht nicht mit dem Zeichnen gemeinsam und dieses nicht mit dem Schreiben eines Blogbeitrages.

Unterwegs gewesen war ich letzten Donnerstag, am Feiertag, noch einmal in der Lübtheener Heide, dem vormaligen Truppenübungsplatz. Die Fläche ist riesig, über 6000 Hektar; sie zu Fuß zu durchqueren, kommt einer ordentlichen Wanderung gleich. So hatte ich in der Vorwoche von der eigentlichen Heide gar nichts zu Gesicht bekommen, nur normalen Kiefernwald voller normaler Pilze und ganz ohne Menschen.

Dieses Mal fuhr ich von der anderen Seite an das Gelände heran. Am Rand noch einmal übliche Kiefern und übliche Pilze, bis der Sandboden fast nur noch von Flechten bedeckt war (ein Kapitel für sich, das ich wohlweislich ausgespart habe), zwischen denen sich – unter anderem – tausende von Grünlingen ans Licht schoben.

Grünlinge galten noch vor fünfundzwanzig Jahren als gute Speisepilze – bis es einige Menschen in Polen und Frankreich übertrieben und mehrere Tage hintereinander eine große Zahl von ihnen aßen. (Was ich mir bei den fast absurden Mengen, die aus dem Sand brachen, sehr gut vorstellen kann.) Das Ergebnis waren schwere, in einigen Fällen sogar tödliche Vergiftungen mit Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) gewesen. Der auslösende Stoff ist noch immer nicht bekannt und in Deutschland bisher kein Vergiftungsfall beschrieben. Was vielleicht auch daran liegt, dass der Pilz so selten geworden ist wie wirklich „arme“ Kiefernwälder.

Dem benachbarten Erdritterling wird die gleiche Giftwirkung nachgesagt, der Drehstielige Rübling hingegen gilt als essbar. Er war mein diesmaliger Rätselpilz, gefühlt habe ich einige Stunden zugebracht, bis ich mir hinreichend sicher war, ihn zu beschriften. (Gegessen habe ich ihn natürlich nicht, bevor mir nicht eine kundige Person seine Identität bestätigt hat.)

Der Habichtspilz hingegen, auch ein immer seltener werdender Bewohner nährstoffarmer Sandböden, begegnete mir nur an einer Stelle. Ich kannte ihn bisher nur aus Büchern und war ganz verzaubert von seinem dunklen schuppigen Hut und den mausgrauen „Stacheln“ an der Unterseite. (Den einen, der nicht madig war, habe ich ohne Furcht für die Suppe getrocknet – er ist absolut charakteristisch und hat allenfalls bittere und stinkende, aber keine giftigen Doppelgänger.)

Auch wenn es natürlich Spätherbst- und Winterpilze gibt: die Haupt-Pilzsaison geht zu Ende und ich verabschiede mich schweren Herzens bis zum nächsten Jahr von sandigen Krümeln auf allen Oberflächen, von braunen, klebrigen Fingern und den würzigen und animalischen Gerüchen aus Dörrgerät und Einkochtopf. Die Bestimmlimge sind schweren Herzens dem Kompost übergeben, die Pilzbücher ins Regal sortiert und nun ist auch der Blogbeitrag geschrieben …


Inktober

„Inktober“ ist ein englisches Kofferwort aus „ink“ – „Tinte/Tusche“ und „October“. Der Inktober ist eine klassische „Challenge“ der heutigen Zeit – Menschen tun schwierige Dinge oder einfach solche, die neu für sie sind, einmalig oder mehrmalig, und berichten darüber in den sozialen Medien. Gelegentlich lesen wir von gefährlichen oder gar tödlichen Challenges – der Inktober zählt nicht dazu. Die Regel ist einfach: Zeichne täglich vom 1. bis 31. etwas mit „Ink“ und poste die Zeichnung online. Es gibt Themenlisten, viele Teilnehmende halten sich daran, doch es ist keine Pflicht. (Es gibt ohnehin keine Pflicht, keine Kontrollkommission und keine Sanktionen, wie auch?)

Mit der „Ink“ ist es nicht so einfach – das Wort bedeutet sowohl „Tinte“ (etwas, das man in Füllhalter füllen kann und das es in ganz verschiedenen Farben gibt) als auch „Tusche“ – tiefschwarz, hochpigmentiert und nur mit Pinsel, Eintauchfeder oder speziellen „Tuschefüllern“ zu verarbeiten. Mittlerweile werden allerdings auch im Deutschen spezielle Faserstifte mit permanenten Farben als „Tuschestifte“ bezeichnet.

Als es losging mit dem Inktober, hatte ich noch Urlaub. Ich begann mit einer klassischen Schwarz-Weiß-Zeichnung mit wenigen farbigen Akzenten (Bald würden sich die selbst auferlegten Regeln lockern.) Bis auf einige Pilzbilder blieben alle Bilder im gleichen Format, einem 12×12 cm kleinen Skizzenbuch mit leicht gelblich getöntem Papier.

Ich setzte mir meine Themen selbst und wählte meist Dinge oder Lebewesen, die ich direkt vor Augen hatte. Auch ein erster Pilz ist schon dabei – die Saison beginnt.

Dann war der Urlaub vorbei und ich wählte Motive zwischen Büroalltag und Zähneputzen.

(… und die Fortsetzung folgt.)


Pilze im Inktober

Es ist wieder Pilzzeit! Nachdem ein trockener September von einem kalten Oktober gefolgt wurde, kommen nun alle Pilze auf einmal, wollen gesammelt, bestimmt, konserviert und natürlich gezeichnet werden. Manchmal gehe ich nur los, um „Bestimmlinge“ einzusammeln, doch an Steinpilzen, Maronen und Reizkern kann ich nicht vorbeigehen, ohne sie in den Sammelkorb zu legen.

Am Sonnabend hatte ich einen größeren Ausflug in die Lübtheener Heide gemacht, einen ehemaligen Truppenübungsplatz. Ich hatte in den 90er und 00er dort in der Nähe gelebt, damals war das Gelände noch streng gesperrt. Mittlerweile sind einige Wege freigegeben. (2019 hatte das Gebiet deutschlandweite Schlagzeilen mit einem riesigen Waldbrand gemacht, der bis Dresden zu riechen gewesen war.)

Ich hatte zwei Körbe mitgenommen, einen für die Bestimmlinge und einen für die Kochtopfpilze. Ich beschränkte mich auf die gut transportablen – Steinpilz, Marone & Co. – und hatte ordentlich zu tun, sie in den Dörrapparat und die Einweckgläser zu bekommen. Gestern und heute konnte ich mich dem Bestimmen und Zeichnen widmen.

Die Kochtopfpilze blieben ungezeichnet, obwohl auch da einige interessante Exemplare dabei waren.

Und was ist eigentlich ein Inktober? Ich fürchte, dafür ist es heute zu spät – davon berichte ich im nächsten Beitrag.


Raben Steinfeld

Am Samstag, Tag 12 von 21, trafen sich die Schweriner Urban Sketchers in Raben Steinfeld am östlichen Seeufer. Die abwechslungsreiche Endmoränenlandschaft hatte mit ihren steinigen Äckern einst für den Ortsnamen gesorgt, die Adelsfamilie Raben für die Abgrenzung zu den anderen Steinfelds in der Umgebung.

Um ein herzogliches Jagdschloss waren in den fetten Gründerzeitjahren ein Gestüt und ein Park gewachsen und entsprechend der Mode der Zeit baute man die Gestütswärtersiedlung im englischen Stil.

Das Wetter war windig und kalt, später zogen Regenwolken von Westen über den See heran. Da war ich gerade mit der linearen Zeichnung fertig geworden. Zu Hause bekamen Himmel und Dachlinie die Hauptrolle, die ihnen gebührt.

Nach Regen und Mittagspause wagten wir einen zweiten Anlauf im Park mit seinen berühmten alten Eichen. Hier schaffte ich neben den Linien immerhin noch die ersten Schatten.

Zu Hause kamen – mittlerweile an Tag 13 – neben den Aquarellfarben zahlreiche Marker zum Einsatz – immerhin hatte ich für die Domestika-Aktion gerade erst meinen Bestand aufgestockt. Auch für den gelben Fleck am Stamm konnte ich sie gut brauchen – es handelt sich um ein Prachtexemplar von Schwefelporling, der so hoch oben wuchs, dass er der Bratpfanne entging.


Einundzwanzig Tage

Einundzwanzig Tage lang, regelmäßig Tag für Tag, etwas (kreatives) tun, was man sich sich schon lange vorgenommen hatte – das ist der Kern des 21-Tage-Projekts, einer kleinen Cousine des 100-Tage-Projekts. Für letzteres hatte ich eine Bekannte bewundert, die mehrmals hundert Tage lang Wiesenblumen oder kleine Haushaltsgegenstände zeichnete. Begleitet wird das Ganze von den üblichen Ritualen sozialer Medien: dem möglichst täglichen Posting, gekennzeichnet mit den entsprechenden Hashtags, einem Austauschforum zum Thema und den unvermeidlichen Likes. (Nicht, dass ich darüber nicht freuen würde.)

Ich hatte etwas Zeit und wählte ein ambitioniertes Projekt: ich nahm mir vor, die in den letzten zwei Jahren von mir erworbenen Kurse auf der Seminarplattform Domestika durchzusehen und möglichst jeden Tag etwas kleines im entsprechenden Stil zu zeigen.

An diesem Apfel lerne ich die unterschiedlichen Verdünnungsstufen von Aquarellfarbe kennen.

Als erstes wählte ich keinen Online-Kurs, sondern einen aus dem wirklichen Leben, zwei Tage lang Basistechniken Aquarell, wunderbar …

Anschließend ging es mit den Kursen weiter, die ich im Netz gefunden hatte.

Das ging so bis Tag 8, dann stellte ich fest, dass ich meinen Kompass neu ausrichten wollte: Zu viel, zu schnell, zu oberflächlich. Die unterschiedlichen künstlerischen Techniken machten mir alle Spaß, bei jeder hätte ich gern verweilt … So beschloss ich, an den restlichen Tagen das zu tun, was mir wieder große Freude bereitete, nachdem es mir eine Zeitlang fad geworden war: einfach zeichnen oder malen, das, was mir gerade vor die Augen kam.

Tag 9 fiel ganz aus, aus Gründen, und an Tag 10 ging ich in die Pilze, das heißt, ich ging da hin, wo in anderen Jahren Pilze gestanden hatten. Ich fand – außer Unmengen an Bovisten, die anscheinend weder den Schnecken noch den Wildschweinen schmecken – genau zwei Stück: eine Krause Glucke für die Pfanne und einen Zitronenblättrigen Täubling, Russula sardonia, zum Bestimmen und Zeichnen.

So kann es bis zum 07.Oktober weitergehen.


Im Zwinger

Vor genau vier Wochen war ich in Dresden, an einem heißen Tag, der danach verlangte, in einem klimatisierten Museum verbracht zu werden. Die Wahl fiel auf den Zwinger, Ausgangspunkt war eine Sonderausstellung von Stillleben. Dort wurden auch einige Gegenstände gezeigt, die sich häufig auf Stillleben finden.

Dieses Bild zeigt eine Stegkanne aus Zinn, ein relativ standardisiertes Haushaltsgerät aus früher Neuzeit und Barock. Der Name rührt von dem (kunstvoll verzierten) Steg zwischen Tülle und Corpus her.

Nach den Stillleben gingen wir ins Café, zu dem der Weg treppauf, treppab und durch die Antikenhalle in einen anderen Gebäudeteil führt. Ich beschloss, bei den antiken Skulpturen zu bleiben, umkreiste zuerst die ägyptischen Mumien, um mich schließlich vor einem hellenistischen Sarkophag aus dem 3.Jh.n.Chr. niederzulassen.

Der Sarkophag hat die Form einer Wanne mit geraden Wänden, vielleicht 80cm hoch, die Schauseite ist mit einem kunstvollen, in mehrerer Hinsicht üppigen Relief verziert. Es ist als Hochrelief mit mehreren Ebenen gefertigt, was mich zeichnerisch an meine Grenzen gebracht hat – die Hintergrundfiguren habe ich weggelassen.

Das Relief zeigt Dionysos, den griechischen Gott des Weines, der Ekstase und des Wahnsinns, mit seine Gefolge. Der Gott reitet auf einer Löwin, die wiederum über Musiker, eine Schlange, einen Leoparden und eine Ziege hinwegsteigt, aus dem Hintergrund tauchen Satyrn auf, Mensch-Tier-Mischwesen mit Bockshörnern und -füßen oder einem Tierschwanz. Einige tragen Musikinstrumente, andere seltsame gebogene Keulen, ein Symbol für den Hirtenberuf. (Wo Luther im 23.Psalm „dein Stecken und Stab“ übersetzt, wäre „dein Hirtenstab und deine Keule“ korrekter gewesen.)

„Edle Einfalt, stille Größe“ wollte der Klassizismus des 18.Jahrhunderts der wiederentdeckten Antike zuschreiben – das Relief zeigt das Gegenteil davon: Eine wüste Männerhorde, die betrunken grölend, und mit erigiertem Glied (einer kopuliert bereits mit einer Ziege) durch die Landschaft zieht. Kein Wunder, dass das junge Christentum die Satyrgestalt zum Inbegriff des Bösen, zum Teufel, umgestaltete.


Auf getöntem Grund

Während ich mich am heimischen Zeichentisch in Gouache versuchte, war auf kleineren Reisen das vertraute Hahnemühle-Büchlein mit hellbraun dem hellbraun getönten Papier dabei, ein idealer Weggefährte in handlichen 14×14 cm. Die Bilder darin wirken oft wie mit Deckfarben gemalt; meist ist es Aquarell mit etwas wasserlöslicher weißer Kreide.

Vor Wochen schon entstand in Bellin am Rand einer Veranstaltung diese Apfelskizze.
Blick von der neuen Uferpromenade Richtung Bornhövedstraße.

Deutlich aufwändiger war diese Skizze, auch wenn man es ihr nicht ansieht. Die Schweriner Urban Sketchers hatten an einem der weniger spektakulären Seeufer versammelt, einer Stadtrandregion zwischen Lost Place und Sanierungsgebiet.

Ganz frisch, von heute, ist dieses Bild eines Zapfens. Der zugehörige Baum steht in dem etwas vergessen wirkenden Park einer Rostocker Klinik, ein Exot zwischen Buchen, Birken und Eiben. Es ist keine heimische Kiefer, auch keine Pinie, die da viel zu nah an dem halb sanierten und mit Graffiti besprühten Krankenhausgebäude steht; vielleicht eine Aleppo-Kiefer.


Mariä Himmelfahrt

Auf den Bergen werden nachts die Feuer brennen. Soll ich mich aufmachen, mich allem wieder zu nähern?

Ingeborg Bachmann „Entfremdung“

Das Gedicht, aus dem diese Zeilen stammen, lernte ich 1980 kennen, doch erst fast ein Vierteljahrhundert später, 2004, erfuhr ich, wo die Metapher in der Wirklichkeit verankert ist. Wir machten Urlaub in einem abgelegenen Osttiroler Tal, und am 15.August, am Feiertag Mariä Himmelfahrt, brannten die Feuer auf den Bergen. Ich weiß nicht, wie viele es waren, zwanzig?, fünfzig?, die in der sich senkenden Dämmerung auf den Bergkämmen aufflammten, unerwartet, unwirklich, erhaben …

Diese Feuer auf den Bergen sind ein lokales Brauchtum, ebenso wie die Kräuterweihe. Frauen sammeln Heilkräuter und Blumen auf den spätsommerlich blühenden Wiesen; ein schön gebundener Strauß wird beim festtäglichen Gottesdienst geweiht. Den Mittelpunkt des Straußes bildet häufig eine blühende Königskerze. (Noch in den 1960er Jahren, so erzählte mir ein Bekannter, diente der getrocknete Strauß den kommenden Winter über als Kräutervorrat für Grippe, Bauchweh und alles, wofür man sonst Heilkräuter benötigt.)

Mariä Himmelfahrt, das „Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“, ist ein Fest, das sich aus Legenden und Volksfrömmigkeit speist, und das ist es, was mich daran berührt. Ich habe, anders als bei „Mariä Lichtmess“, nicht versucht, die Geschichte gegen den Strich zu bürsten; es ging mir nicht darum, etwas wörtlich zu nehmen, sondern um Bild, Symbol, Mythos …

Ich bin immer noch dabei, „andere“ als meine üblichen Bilder zu malen und schaue mich auf der Seminarplattform Domestika um. Dieses Mal war es der Kurs einer französischen Illustratorin, deren Stil japanisch beeinflusst ist. Natürlich wurde es bei mir unter der Hand etwas anderes, nahm Elemente von naiver Kunst und von Buchmalerei auf und bereitete mir große Freude. Selbstverständlich dauerte das Ganze auch viel länger als geplant, und obwohl ich die Arbeitsanleitung der Künstlerin deutlich kürzte (was ein Wagnis war und man an einigen Ungenauigkeiten sieht) wurde ich erst mit einem Tag Verspätung fertig.


Das dritte Quadrat

Die letzten beiden quadratischen Bilder waren durch einen Domestika-Kurs angeregt. Die Künstlerin, Vicky McGrath, ist ein Teil der „Daily-Painting“-Bewegung. Es geht darum, jeden Tag ein kleines, abgeschlossenes Bild fertig zu stellen. Der „Erfinderin“, Carol Marine, ging es nicht nur darum, Hand und Seele zu lockern – sie stellte auch fest, dass sich viele kleine Bilder besser verkaufen als ein großes.

Die Formate liegen meist bei 15 bis 20 cm im Quadrat. Ich weiß nicht, wie klein meine Bilder werden müssten, damit ich eines am Tag schaffe – es bleiben Wochenendkreationen. Immerhin habe ich das heutige in zwei, drei Stunden fertig gestellt. Ich habe dabei auch nicht nach Foto gearbeitet, sondern nach wirklichen Äpfeln auf meinem Balkon – zumindest, bis die Sonne herumkam.

Ganz bewusst habe ich die Pinselstriche weniger perfekt gesetzt. Wenn ich das Format noch ein bisschen verkleinere und den breitesten Flachpinsel nehme, schaffe ich das nächste vielleicht am Abend eines Wochentags …


Klaräpfel

Früher hießen sie Augustäpfel, dieses Jahr fielen die ersten – noch winzig, doch schon genießbar – Ende Juni vom Baum. Seit einer Woche gehe ich jeden Tag in den Garten und lese ein paar Hände voll auf, von Tag zu Tag werden sie größer und strahlen im schönsten Apfelgrün.

Bereits als ich mit den Erdbeeren fertig war, hatte ich mir ein Klarapfelstillleben in Gouache vorgenommen, ein Paar Fotos in passendem Streiflicht gemacht – um erst einmal an einem Korb voller Tassen auf dem Töpfermarkt zu verzweifeln. (Das Bild wird halbfertig bleiben.) Dann riefen mich die Äpfel zum Muskochen, und gearbeitet wollte auch noch ein bisschen werden.

So verging eine Woche bis zum nächsten Bild.

Ich blieb ganz bewusst beim quadratischen Format und einer etwas bonbonbunten Farbigkeit, um erst einmal im neuen Kosmos anzukommen. Und anders, erstaunlich anders fühlt sich die Gouache gegenüber meiner sonstigen Art zu zeichnen an. (Das fängt schon beim Begriff an: bei Gouache würde ich eher von „Malen“ sprechen wollen.) Vor vielen Jahren, lange bevor ich mit diesem Blog begann, hatte ich mit Öl gemalt und später mit Acryl; Hände und Pinsel beginnen sich zu erinnern …