Ratzeburg
Veröffentlicht: 10. Mai 2024 Abgelegt unter: Allgemein, Schwerin - Kopenhagen 2024 | Tags: Dom Hinterlasse einen KommentarDie Entfernung von Gadebusch nach Ratzeburg beträgt wenig mehr als zwanzig Kilometer, doch der Radweg machte fast das Doppelte daraus. Mal waren sich Wegweiser und App nicht einig, mal mäanderte der Radfernweg um die Bundesstraße herum. Dazu kam eine Wegführung über kurvige Schotterwege entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.
Die Raumordnung der Region ist bereits seit dem Mittelalter hochkomplex und kleinteilig mit ihren unterschiedlichen Zuständigkeiten zwischen Klerus und säkularer Macht, mit kleinen Herzogtümern und getauschten Gebieten. Der Weg erinnerte mich an die Vorjahresreise entlang der Werra; auch an die ersten Jahre kurz nach der Wende, in denen wir  in dieser Grenzregion auf Erkundung unterwegs gewesen waren. (Ist das Gefühl von Fremdheit noch da?) 

Die Zeichnung der Ratzeburger Dominsel entstand am nächsten Tag, an dem ich auf dem Weg nach Lübeck weniger Kilometer zu schaffen hatte. (Am Abend hatte mir meine App zum Tagesabschlussnnoch einen schwarzschlammigen Weg zu meinem Nachtquartier, einem Hotel in einer alten Wassermühle, gewiesen … )
Von Schwerin nach Gadebusch …
Veröffentlicht: 9. Mai 2024 Abgelegt unter: Allgemein, Reiseskizzen, Schwerin - Kopenhagen 2024 | Tags: Backstein, Kirche, Madonna, Mecklenburg, Romanik 2 Kommentare… ist es nicht weit, mit dem Rad eine Nachmittagstour, gerade gut für den ersten Tag meiner diesjährigen Radreise. An der eigenen Haustür loszufahren und dabei Zeit zu haben ist ein erholungsfördernder Luxus.
Gegen Mittag fuhr ich los, nach Westen aus der Stadt hinaus auf vertrauten Wegen, erinnerte mich bei den ersten Dörfern an eine Radtour vor zwei Jahren, während der ich einige Dorfkirchen „eingesammelt“ hatte und erschöpft von Sonne, Wind und den langgestreckten Hügeln wieder zu Hause angekommen war.
Dieses Mal waren die Hügel – man kennt das – kürzer und niedriger (auch blies der Wind wieder aus Osten, was nun hinter mir lag) und schneller als erwartet kam ich in Vietlübbe an.

Die einzigartige Dorfkirche mit dem gleichschenklig kreuzförmigen Baukörper hatte ich schon 1980 einmal besucht; zum Zeichnen war ich, mittlerweile Schwerinerin, 2016 hingefahren. Dieses Mal nahm ich mir die spitzgieblige und so ganz und gar unromanische Außenansicht mit ihrem hohen Dachreiter vor.
Bis zu meinem Tagesziel Gadebusch war es nur noch ein Katzensprung; auch dort steht eine noch teilweise romanische Backsteinkirche. Ich fand sie, zu meiner Freude, geöffnet. Sie ist im Innern freundlich und licht. Schnell fand ich ein Zeichenobjekt, eine frisch aussehende und untypisch rot gewandete Madonna, die als Flachrelief einmal die Seitenwange eines Chorgestühls geziert hatte.

Das Motiv war schneller gefunden als gezeichnet, die aufsichtsführende Dame lud mich ein, am nächsten Vormittag zur Andacht wiederzukommen.
Ich nahm die Einladung gern an und saß am nächsten Vormittag zwischen fünf Damen, deren Altersdurchschnitt ich mit meinen 64 Jahren deutlich senkte. Danach stellte ich die Zeichnung weitgehend fertig, bevor ich mich auf den Weg nach Ratzeburg machte.
