Anderswelt und Gottesgarten

Der oberfränkische Staffelberg ist ein Tafelberg, der mit seiner obersten Platte an die hundert Meter über die umgebenden Hügel hinausragt. Steil wie die Zinnen einer Burg steigen die Felsen aus dem sonst sanften Hügelland, und so wundert es nicht, dass sich hier zahlreiche uralte Besiedlungsspuren finden, u.a. die einer keltischen Adelsburg. Im Mittelalter erbaute man ein Wallfahrtskirchlein auf der hochgelegenen Fläche, und bis ins frühe 20.Jahrhundert lebte hier noch ein Einsiedler. (Vielleicht fand ja E.T.A.Hoffmann in seinen Bamberger Jahren in ihm das Vorbild für seine Erzählung über den Einsiedler Serapion, eine frühe Studie über Konstruktivismus und Wahn.)

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Nebel an der Adelgundis-Kapelle auf dem Staffelberg.

Als ich den Berg von Vierzehnheiligen her erwanderte, lag das Land in dichten Nebel gehüllt, der sich auch nicht lichtete, als ich oben ankam. Im Gegenteil. Waren mir auf dem Weg noch deutlich mehr Wanderer als auf anderen Wegen begegnet, war ich oben ganz allein, auch die Kapelle und die kleine Gastwirtschaft waren verschlossen. In dieser Stimmung wirkte der Ort sehr keltisch und ich musste an Druiden und die Anderswelt denken.

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Blick vom Morgenbühl auf den Staffelberg.

Beim Abstieg zeigte der Berg sich dann von einer anderen Seite, der Weg schlängelte sich durch eine liebliche, geradezu paradiesische Landschaft voller Nussbäume und Streuobstwiesen, die dem Beinamen „Gottesgarten“ für die Obermainregion alle Ehre machte.

Zeichnen konnte ich ihn dann erst am nächsten Morgen, als der Nebel sich ein wenig gehoben hatte.



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