Ludwigslust am Wasser

Heute habe ich eine längere Mittagspause im Ludwigsluster Schlosspark verbracht. Der Park ist ein großer Landschaftsgarten, der ohne Begrenzung in die umgebende Wald- und Bruchlandschaft übergeht. Nur das Schloss selbst und der Ludwigsluster Kanal lassen noch den ursprünglich barocken Charakter der Anlage ahnen.

Mit diesem Kanal hat es seine besondere Bewandtnis. Er wurde Mitte des 18.Jahrhunderts auf 28 km Länge nur zu dem Zweck angelegt, die Wasserspiele des neuen herzoglichen Parks mit Wasser unter ausreichendem Gefälle zu speisen, denn Ludwigslust – das damals noch Klenow hieß und ein Dorf war – , war zwar mit sumpfigen Bruchwäldern, nicht aber mit einem Fließgewässer gesegnet.

Das Ergebnis der Plackerei ist spektakulär, es gibt Teiche, Gräben und mehrere eindrucksvolle Kaskaden und Springbrunnenanlagen, die völlig ohne Pumpenmechanik das ganze Jahr über funktionieren. Und blickt man von der Steinernen Brücke stadtauswärts, bietet sich ein geradezu surreales Bild, das einem Traum entsprungen sein könnte: Schnurgerade zieht sich der Kanal kilometerweit in den Wald hinein, ein Tunnel aus alten Buchen tut sich auf und zieht den Blick in ein unbestimmtes Nirgendwo.

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Die „steinerne Brücke“ im Ludwigsluster Schlosspark. Wasserfarbe über Bleistift in Kunst&Papier-Aquarellbuch

Das untere Bild zeigt die ehemalige Schlosskirche, die, was auf der Skizze nur zu ahnen ist, auf einer Insel in einem der Teiche liegt, ganz in dem Stil nachgemachter Tudorgotik, der nach dem Ende des Barocks modern geworden war.

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Ehemalige Schlosskirche, jetzt katholische Kirche St.Helena im Ludwigsluster Schlosspark. Super5-Tinte und Wasserfarbe.


3 Kommentare on “Ludwigslust am Wasser”

  1. benny sagt:

    Liebe Annette,

    soviel Lust wie Ludwig hatte, habe ich mindestens auch, wenn ich Deine Bilder sehe.
    Schöne Zeit DIr.
    benny

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  2. […] Schloss und Park Ludwigslust sind nicht die einzige Gründung, die aus der Jagdleidenschaft der mecklenburgischen Herzöge hervorging. 15 km weiter östlich, in der von sumpfigen Wiesen, Fischteichen und Eichenwäldern geprägten Lewitz, steht das Jagdschloss Friedrichsmoor. Die liebevoll restaurierte Anlage bietet eine geradezu schmerzlich perfekte Landlust-Idylle samt Reiterhof und Taubenzucht, und natürlich kann man hier auch heiraten. (Wobei die Hofkatzen auch schon mal auf dem Buffet erwischt wurden.) […]

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  3. […] solide Ingenieurskunst und nicht zuletzt der Schweiß der Kanalarbeiter dieser Landschaft einige unerwartete Wasserspiele abgerungen. Als die Kaskaden fertig waren, war das Barock vorbei, und der Park wurde im Stil eines […]

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