Girlitz
Veröffentlicht: 15. Juni 2024 Abgelegt unter: Werra-Weser 2023 | Tags: negative painting, Tiere, Vögel 2 KommentareDieses Bild ist eine Erinnerung an den Radurlaub des vergangenen Jahres. Während der letzten Tourtage entlang der Mittelweser, durch flaches, von Hecken gefasstes Land, sah ich immer wieder kleine, etwas hektisch wirkende gelbe Vögel: die Girlitze. Im Bestimmen von Vögeln bin ich weit weniger geübt als bei Pflanzen und Pilzen, was auch daran liegt, dass ich nicht besonders gut höre. Das aufgeregte Schwirren der Girlitze war jedoch auch für mich gut zu vernehmen.

Männlicher Girlitz – Serinus serinus
Aus der Erinnerung an dieses Reise entstand eines meiner Winterprojekte, ein Vogelporträt. Anders als bei Pflanzen und Pilzen entstand das Bild natürlich nicht nach einem lebenden Modell, sondern anhand einer Fotoreferenz. Es wurde zu einer Fingerübung in einer der Königsdisziplinen der Aquarellmalerei: der Negativtechnik.
Eigentlich sollte es die Geburtstagskarte für eine Vogelliebhaberin schmücken, doch ich entschied mich anders und kann das Bild nun hier zeigen. Leider ist es für dieses Frühjahr der einzige Vogel geblieben; mal sehn, was mir als nächstes über den Weg fliegt.
Am Wasser
Veröffentlicht: 14. Februar 2021 Abgelegt unter: Tiere, visuelles Tagebuch | Tags: Gouache, Schwerin, Vögel 2 KommentareIn diesem Winter habe ich die Wasservögel entdeckt. Zuerst, im Januar, als alles noch grau in grau war, stand ich eines Morgenspaziergangs am Schweriner Stadthafen vor einer schier paradiesischen Vielfalt an fliegendem, schwimmenden und watschelndem Getier. Waren die in den anderen Jahren nicht da gewesen? Oder hatte ich sie schlicht nicht gesehen? Vermutlich beides: viele Wintergäste kommen früher, bleiben länger oder fangen gleich ganz bei uns zu brüten an, was sie früher nie getan haben. Und wenn man erst einmal anfängt hinzusehen, findet man mehr und mehr – das ist bei den Vögeln nicht anders als bei den Pilzen.
Faszinierender Weise spielt sich das Wunder in Schwerin mitten in der Stadt ab, deren Zentrum direkt an den See grenzt. Im Bereich des Stadthafens scheint es besonders viele Fische zu geben, denn vor allem die Räuber waren reichlich vertreten: Möwen, Kormorane, Gänsesäger (Wer ist das denn? Sie kommen später ins Bild.), Reiher … Ja: als ich noch staunend vor der Versammlung stand und mich zu orientieren begann, erhob sich mit eins ein schneeweißer Silberreiher in den grauen Winterhimmel …
Seitdem bin ich jede Woche die verschiedenen Uferstellen abgegangen, habe (schlechte Handy)-Fotos gemacht und auch ein paar Skizzen. Letzteres ist gar nicht so einfach; am Seeufer ist es meist doppelt so kalt wie anderswo und außer den Enten halten die meisten Vögel einen gewissen Abstand zum Ufer.

Seit einer Woche hat sich das Bild durch den Frost noch einmal gewandelt; die offenen Wasserstellen sind weit draußen auf dem See; nur am Pfaffenteich (einer Art kleiner Binnenalster) gibt es einen warmen Zufluss, an dem ein unglaubliches Getümmel herrscht.
Eigentlich wollte ich mehrere Vogelarten auf einem Bild vereinen und noch ein bisschen Landschaft zeigen – ich merkte bald, dass ich mich damit heillos übernommen hätte. So beschloss ich, bei einem Vogel zu bleiben und dabei ein bisschen Gouache zu üben. So ist dieser Silberreiher nach einer Fotovorlage von Pixabay entstanden.
