Kirchenburg

Als wir im Frühjahr von Meiningen aus zur Werra-Radtour aufbrachen, kamen wir zuerst durch Walldorf. Ich war überrascht – den Begriff „Kirchenburg“ hatte ich immer mit Siebenbürgen assoziiert, doch eigentlich war es nur der Bezeichnung, die mich verwunderte: In allen Zeiten und an vielen Orten boten Kirchen mit ihren dicken Mauern und hohen Türmen den Menschen Zuflucht vor Krieg und Raub. Manchmal war auch erst die Burg da und dann kam die Kirche; so war es in Walldorf gewesen. Aus einem strategisch wichtigen Flussübergang an der Nordgrenze des Frankenreiches entwickelte sich ein Königshof, der später zu einer bischöflichen Festung ausgebaut wurde.

Man errichtete eine erste Kapelle, der später eine Kirche folgte. Zur eigentlichen Kirche wurde die Anlage erst im Spätmittelalter. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie geplündert und brannte das erste Mal ab, wurde wieder aufgebaut, um 2012, vor kurzem erst und mitten im Frieden, noch einmal abzubrennen.

Inzwischen ist sie wieder aufgebaut.

Es war ein schöner blauer Tag, herrliches Zeichenwetter, als ich vor zwei Wochen noch einmal mit Zeichenzeit nach Walldorf kam. Ich fing zwei Skizzen an, in unterschiedlichen Büchern – nur eine, diese, führte ich fort; die Farbe kam, wie so oft, zu Hause.



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